BlackRock Flash: Europa durch anstehende politische Entscheide im Mittelpunkt der Märkte

Was letzte Woche geschah: Die US-Aktienmärkte erzielten angeführt von kleinkapitalisierten Unternehmen historische Höchststände – unter anderem bedingt durch die Hoffnung eines verstärkten Wachstum durch Donald Trumps Wirtschaftspolitik…….

 

Markteinschätzungen von Stephan Meschenmoser vom BlackRock Solutions Team


Der US-Dollar gewann weiter an Wert, durch positivere Einschätzungen der globalen Wachstumsaussichten jedoch ohne negative Auswirkungen auf Rohstoffe und Schwellenländer. Auch die Zinsen von amerikanischen Staatsanleihen stiegen weiter an, wo hingegen sich die US-Zinsstrukturkurve abflachte.

Politische Risiken in Europa: Europa steht erneut im Mittelpunkt der Märkte, etwa das italienische Verfassungsreferendum am 4. Dezember und die französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Hintergrund für die politischen Herausforderungen in Europa sind tieferliegende Strukturprobleme: so weitete sich die Zinsspanne zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen in den letzten Tagen, auch europäische Banken entwickelten sich schlechter als ihre internationale Konkurrenz. Die Annahme des Referendums in Italien könnte zu einer Rally italienischer Bankentitel und Staatsanleihen führen. Eine starke Ablehnung des Referendums hingegen könnte zu einer Verzögerung der Reform des Bankensystems und zum Erstarken populistischer Parteien führen. Auch wenn Populisten in Europa nicht die Oberhand gewinnen, so sehen sich Politiker weiterhin den Gründen ihrer Resonanz gegenüber: ökonomischer Stagnation & politischer Frustration. Europäische Politiker werden sich auch zukünftig mit dem Brexit, der Flüchtlingsproblematik und der Abneigung gegen internationalen Handel beschäftigen müssen. Wir gehen davon aus, dass Investoren Europa gegenüber eine gewisse Skepsis an den Tag legen und die USA bevorzugen. Wir bewerten europäische Staatsanleihen als neutral und bevorzugen aufgrund des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank europäische Unternehmensanleihen. Auch gewichten wir europäische Aktien aufgrund der unsicherer Wachstumsaussichten unter.

Was diese Woche ansteht: Die Einkaufsmanagerzahlen des verarbeitenden Gewerbes für November werden diese Woche veröffentlicht und wir erwarten, dass sich der positive Trend fortsetzt. Weitere positive US-Arbeitsmarktzahlen könnten dazu führen, dass die Investoren damit anfangen, die Anzahl der nächstjährigen US-Zinserhöhungen zu diskutieren.

„Wir bewerten europäische Staatsanleihen als neutral und bevorzugen aufgrund des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank europäische Unternehmensanleihen. Europäische Aktien gewichten wir durch unsichere Wachstumsaussichten unter.“

Quelle: AdvisorWorld.ch