BlackRock Flash: EZB in Fokus: Reduktion des Quantitative Easing Programms im kommenden Jahr?

Was letzte Woche geschah: Die Vereinbarung der OPEC-Mitglieder und Russland zur Drosselung der Produktion wirkte sich positiv auf Energieaktien und den Ölpreis (wieder über 50 US-Dollar pro Fass) aus……

 

Markteinschätzungen von Stephan Meschenmoser vom BlackRock Solutions Team


Substanzaktien legten in der vergangenen Woche eine gute Performance hin, auch stiegen die Zinsen von Staatsanleihen durch die diskutierte Reflation weiter an. Die Aufwertung des US-Dollars legte eine Pause ein und halft damit Schwellenländeraktien. Den Erwartungen entsprechend positiv präsentierten sich die US-Arbeitsmarktzahlen und festigten die Annahme der Marktteilnehmer hinsichtlich der anstehenden Zinserhöhung durch die amerikanische Zentralbank im Dezember.

Politische Risiken in Europa: Seit den US-Wahlen haben sich, bedingt durch Unsicherheiten über den Kurs der Handelspolitik der neuen Regierung, die Risiken für Schwellenländeraktien und -anleihen erhöht. Unseres Erachtens nach überwiegen aber die positiven Auswirkungen des sich erholenden konjunkturellen Wachstums und wir erwarten eine positive Entwicklung einzelner Schwellenländeranlagen. Diese haben sich war in den vergangenen Tagen erholt, hinken in der Entwicklung jedoch insgesamt immer noch hinter beispielsweise den Rohstoffmärkten hinterher. Wir glauben, dass eine Reflation in den USA – also steigende Löhne, nominales Wachstum und Inflation, die durch steigende Staatsausgaben unterstützt werden – eine positive Auswirkung auf Schwellenländer-Märkte hat. Höhere Infrastrukturausgaben in den USA sollten zudem die Rohstoffexporte von Schwellenländern unterstützen. Allerdings bestehen auch Risiken, falls die US-Zinsen und der US-Dollar stärker als erwartet aufwerten, beziehungsweise der chinesische Renminbi stark fällt. Wir erwarten allerdings, dass die amerikanische Zentralbank die Zinsen sehr vorsichtig erhöhen wird und der Zustand der Schwellenländer heute robuster ist als vor drei Jahren – will heissen: die Währungen sind tiefer bewertet und die Leistungsbilanzen stärker. Positiv sehen wir ausgewählte Rohstoffproduzenten ohne grosse Anfälligkeit gegenüber einer härteren amerikanischen Haltung gegenüber dem Freihandel. Wir bevorzugen zudem Länder, in denen Strukturreformen von der Bereitschaft zu kurzfristigen Opfern für langfristigen Profit zeugen – so etwa Indiens Initiative, hohe Banknoten abzuschaffen. Schwellenländeranleihen in Hartwährung, insbesondere von Ölexporteuren mit hohem Zinsniveau wie Russland, Kolumbien und Kasachstan sowie kurzfristigen Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen spezifischer Länder stehen wir positiv gegenüber.

Was diese Woche ansteht: Diese Woche wird die Europäische Zentralbank im Fokus stehen: der Markt erwartet mehr Klarheit darüber, ob die Zentralbank im Jahr 2017 mit der Reduktion des Anleihekaufprogramms beginnen wird.

„Wir glauben, dass eine Reflation in den USA – also steigende Löhne, nominales Wachstum und Inflation, die durch steigende Staatsausgaben unterstützt werden – eine positive Auswirkung auf Schwellenländer-Märkte hat.“

Quelle: AdvisorWorld.ch