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BlackRock: Marktkommentar zu Stil-Faktoren – Juli

BlackRock: Faktoren bilden gewissermassen die Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, welche die Renditen von Aktien, Obligationen und anderen Vermögenswerten bestimmen.

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Monatlicher globaler Marktkommentar zu Stil-Faktoren – Juli


von Ed Gordon, Leiter iShares und Index Investing bei BlackRock Schweiz


Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und moderne Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklären können. Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgrösse (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Diese Faktoren wirken abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Masse. Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmässiger, umfassender Analysen für den Anlageerfolg entscheidend.

Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen. Im Rahmen dessen kommentiert Ed Gordon, Leiter iShares und Wealth bei BlackRock Schweiz, monatlich die aktuelle Faktor-Sicht von BlackRock.

Dabei stehen folgende drei Signale im Vordergrund:

  • Konjunkturumfeld (Economic Regime Signal), verbunden mit der Frage: Hat der entsprechende Faktor in einem solchen Umfeld historisch betrachtet gute Renditen geliefert?
  • Bewertung (Valuation Signal): Ist der Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet?
  • Relative Stärke (Relative Strength Signal): Gibt es einen Trend, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt?

Je mehr dieser Signale in die Allokationsentscheidung einfliessen, umso robuster fallen die Ergebnisse aus.

Ed Gordon, Leiter iShares und Wealth bei BlackRock Schweiz:

«Bei Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringer Schwankungsbreite bleiben wir leicht übergewichtet. Zwar hat die relative Stärke im Vergleich zu anderen Faktoren nachgelassen. Gleichzeitig ist die Bewertung jedoch attraktiver geworden. Zudem können sich Minimum-Volatility-Aktien in einem Umfeld langsameren und schwächeren Wirtschaftswachstums erfahrungsgemäss besonders gut entwickeln.

Auch bei Quality-Aktien, sprich Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen, bleiben wir leicht übergewichtet. Die relative Stärke hat zwar nachgelassen, sie bleibt gegenüber anderen Stil-Faktoren aber attraktiv. Ausserdem sind die Bewertungen günstiger geworden. Darüber hinaus trägt zu unserer positiven Einschätzung bei, dass das Konjunkturumfeld weiterhin für diesen eher defensiven Faktor spricht.

In Momentum-Aktien, sprich Werten im Aufwärtstrend, bleiben wir untergewichtet. Allerdings haben wir dieses Untergewicht reduziert, von einem deutlichen auf ein moderates Mass. Denn die relative Stärke, die bereits vorher attraktiv war, hat weiter zugelegt. Allerdings ist die Bewertung nach wie vor recht hoch. Hinzu kommt, dass dieser Faktor sich am besten bei starkem Wirtschaftswachstum entwickelt. Insofern ist das aktuelle Umfeld nicht ideal für ihn.

Unsere Positionierung im Faktor Size, also in Aktien kleinerer Unternehmen, bleibt neutral. Zwar hat die relative Stärke leicht zugenommen, jedoch hat gleichzeitig die Bewertung angezogen. Darüber hinaus spricht das Konjunkturumfeld für eine neutrale Positionierung in diesem Stil-Faktor.

Auch bei Value-Aktien, das heisst zum Beispiel bei Titeln mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, halten wir an unserer neutralen Gewichtung fest. Denn einerseits hat sich die relative Stärke verbessert, bleibt aber eher schwach. Andererseits bleibt die Bewertung recht günstig, auch wenn sie gestiegen ist. Auch das Konjunkturumfeld spricht für eine neutrale Positionierung in Value-Aktien.»

Quelle: AdvisorWorld.ch