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BlackRock: Marktkommentar zu Stil-Faktoren – September

BlackRock: Faktoren bilden gewissermassen die Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, welche die Renditen von Aktien, Obligationen und anderen Vermögenswerten bestimmen.

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Monatlicher globaler Marktkommentar zu Stil-Faktoren – September


von Ed Gordon, Leiter iShares und Index Investing bei BlackRock Schweiz


Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und moderne Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklären können. Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgrösse (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Diese Faktoren wirken abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Masse. Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmässiger, umfassender Analysen für den  Anlageerfolg entscheidend.

Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen.

Im Rahmen dessen kommentiert Ed Gordon, Leiter iShares und Wealth bei BlackRock Schweiz, monatlich die aktuelle Faktor-Sicht von BlackRock.

Dabei stehen folgende drei Signale im Vordergrund:
• Konjunkturumfeld (Economic Regime Signal), verbunden mit der Frage: Hat der entsprechende Faktor in einem solchen Umfeld historisch betrachtet gute Renditen geliefert?
• Bewertung (Valuation Signal): Ist der Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet?
• Relative Stärke (Relative Strength Signal): Gibt es einen Trend, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt?

Je mehr dieser Signale in die Allokationsentscheidung einfliessen, umso robuster fallen die Ergebnisse aus.

Ed Gordon, Leiter iShares und Wealth bei BlackRock Schweiz:

«In Bezug auf Value-Aktien, das heisst zum Beispiel Titel mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, sind wir optimistischer geworden. Daher haben wir sie von einer neutralen Position auf ein leichtes Übergewicht heraufgestuft. Denn zum einen entwickelt sich dieser Faktor am besten bei anziehendem Wirtschaftswachstum, wie wir es derzeit vorfinden. Zum anderen sind Value-Aktien eher günstig bewertet, und die relative Stärke hat leicht zugelegt – wenn auch auf niedrigem Niveau.

Bei Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringen Schwankungsbreiten bleiben wir leicht untergewichtet. Denn bei anziehendem Wirtschaftswachstum entwickeln sich Minimum-Volatility-Aktien in der Regel unterdurchschnittlich. Zudem hat die relative Stärke nachgelassen. Die attraktive Bewertung kann dies nicht aufwiegen.

Auch bei Quality-Aktien, sprich Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen, halten wir an unserer neutralen Positionierung fest. Denn Qualitätsaktien besitzen eher defensive Eigenschaften, was im aktuellen Umfeld nicht allzu vorteilhaft ist. Die relative Stärke und die Bewertung haben sich unter dem Strich nicht wesentlich verändert.

Unsere neutrale Positionierung bleibt auch bei Momentum-Aktien bestehen, also bei Werten im Aufwärtstrend. Während die relative Stärke nachgelassen hat, gewann die Bewertung an Attraktivität. Zudem entwickelt sich der Momentum-Faktor bei anziehendem Wirtschaftswachstum erfahrungsgemäss nicht besonders gut.

Beim Faktor Size, also Aktien kleinerer Unternehmen, bleiben wir ebenfalls neutral gewichtet. Zwar hat die relative Stärke leicht zugelegt, aber gleichzeitig ist die Bewertung angezogen. Zudem spricht das aktuelle Konjunkturumfeld für solche Werte.»

Quelle: AdvisorWorld.ch