BlackRock

BlackRock: Monatlicher globaler Marktkommentar zu Stil-Faktoren – Februar

BlackRock: Faktoren bilden gewissermassen die Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, welche die Renditen von Aktien, Obligationen und anderen Vermögenswerten bestimmen.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


von Ed Gordon, Leiter iShares und Index Investing bei BlackRock Schweiz


Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und moderne Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklären können. Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgrösse (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Diese Faktoren wirken abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Masse. Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmässiger, umfassender Analysen für den Anlageerfolg entscheidend.

Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock unterstützt Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen. Im Rahmen dessen kommentiert Ed Gordon, Leiter iShares und Index Investing bei BlackRock Schweiz, monatlich die aktuelle Faktor-Sicht von BlackRock. Dabei stehen folgende drei Signale im Vordergrund:

  • – Konjunkturumfeld (Economic Regime Signal), verbunden mit der Frage: Hat der entsprechende Faktor in einem solchen Umfeld historisch betrachtet gute Renditen geliefert?
  • – Bewertung (Valuation Signal): Ist der Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet?
  • – Relative Stärke (Relative Strength Signal): Gibt es einen Trend, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt?

Je mehr dieser Signale in die Allokationsentscheidung einfliessen, umso robuster fallen die Ergebnisse aus.

Ed Gordon, Leiter iShares und Index Investing bei BlackRock Schweiz:

„Übergewichtet bleiben wir bei Quality-Aktien, sprich bei Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen – auch wenn wir dieses Übergewicht zuletzt zurückgefahren haben. Gründe dafür waren, dass die relative Stärke des Faktors abgenommen hat, während die Bewertungen angezogen haben. Dennoch spricht das Konjunkturumfeld mit abnehmendem Wachstum weiterhin für diesen eher defensiven Faktor.

Ein Untergewicht halten wir im Faktor Size, also bei Aktien kleinerer Unternehmen. Dieses Untergewicht haben wir zuletzt ausgeweitet, sprich wir sind noch zurückhaltender geworden. Gründe dafür sind, dass die relative Stärke nachgelassen hat und das Konjunkturumfeld eher für andere Faktoren spricht. Die inzwischen günstigere Bewertung, die im Vergleich zu anderen Faktoren attraktiv ist, kann dies nicht aufwiegen.

Bei Momentum-Aktien, sprich Werten im Aufwärtstrend, sind wir aktuell wieder etwas zuversichtlicher. Daher haben wir unsere Position in diesem Faktor von einem leichten Untergewicht auf eine neutrale Gewichtung ausgebaut. Auslöser dafür ist, dass sich die relative Stärke verbessert hat. Auf der anderen Seite dämpft die Bewertung entsprechender Aktien unsere Einschätzung nach wie vor.

Unsere Positionierung in Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringer Schwankungsbreite bleibt neutral. Zwar haben sich die relative Stärke sowie die Bewertung aufgrund der erwarteten Gewinne verbessert, und auch das Konjunkturumfeld ist für diesen Faktor förderlich. Jedoch ist die Bewertung aufgrund der tatsächlichen Cashflows zuletzt gestiegen.

Bei Value-Aktien, das heisst zum Beispiel bei Titeln mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, bietet sich unserer Ansicht nach ebenfalls eine neutrale Positionierung an. Zuletzt haben wir unsere Position dort wieder leicht zurückgefahren, denn die relative Stärke hat nachgelassen. Gleichzeitig ist das Konjunkturumfeld nicht sonderlich förderlich, denn Value-Werte entwickeln sich erfahrungsgemäss besonders gut bei anziehendem Wachstum. Die attraktive Bewertung fällt im Vergleich dazu nicht allzu stark ins Gewicht.“

Quelle: AdvisorWorld.ch