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BlackRock: Monatlicher globaler Marktkommentar zu Stil-Faktoren – Juni

BlackRock: Faktoren bilden gewissermassen die Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, welche die Renditen von Aktien, Obligationen und anderen Vermögenswerten bestimmen.

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von Ed Gordon, Leiter iShares und Index Investing bei BlackRock Schweiz

 

Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und moderne Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklären können. Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgrösse (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Diese Faktoren wirken abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Masse. Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmässiger, umfassender Analysen für den Anlageerfolg entscheidend.

Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock unterstützt Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen. Im Rahmen dessen kommentiert Ed Gordon, Leiter iShares und Wealth bei BlackRock Schweiz, monatlich die aktuelle Faktor-Sicht von BlackRock. Dabei stehen folgende drei Signale im Vordergrund:

• Konjunkturumfeld (Economic Regime Signal), verbunden mit der Frage: Hat der entsprechende Faktor in einem solchen Umfeld historisch betrachtet gute Renditen geliefert?
• Bewertung (Valuation Signal): Ist der Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet?
• Relative Stärke (Relative Strength Signal): Gibt es einen Trend, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt?

Je mehr dieser Signale in die Allokationsentscheidung einfliessen, umso robuster fallen die Ergebnisse aus.

Ed Gordon, Leiter iShares und Wealth bei BlackRock Schweiz:

«Minimum-Volatility-Aktien mit relativ geringer Schwankungsbreite haben wir weiterhin leicht übergewichtet. Denn in einem Umfeld langsameren und schwächeren Wirtschaftswachstums können sich Minimum-Volatility-Aktien erfahrungsgemäss besonders gut entwickeln. Zudem ist die Bewertung dieses Stil-Faktors etwas zurückgegangen. Die relative Stärke sticht indes nicht hervor.

Zudem behalten wir unser leichtes Übergewicht in Quality-Aktien, sprich in Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen, bei. Die Bewertungen sind günstiger geworden. Unterdessen hat die relative Stärke zwar nachgelassen, sie bleibt gegenüber anderen Stil-Faktoren aber attraktiv. Zudem spricht das Konjunkturumfeld weiterhin für diesen eher defensiven Faktor.

Deutlich untergewichtet bleiben wir bei Momentum-Aktien, sprich Werten im Aufwärtstrend. Denn die relative Stärke hat weiter abgenommen. Und die Bewertung ist nach wie vor recht hoch, auch wenn sie leicht zurückgegangen ist.
Ausserdem ist das Konjunkturumfeld nicht ideal für diesen Faktor, der sich am besten bei starkem Wirtschaftswachstum entwickelt.

Unsere Positionierung im Faktor Size, also in Aktien kleinerer Unternehmen, bleibt neutral, obgleich wir sie zuletzt etwas zurückgefahren haben. Zwar hat die relative Stärke leicht zugenommen, andererseits hat jedoch die Bewertung angezogen. Darüber hinaus spricht das veränderte Konjunkturumfeld für eine neutrale Positionierung in diesem StilFaktor.

Bei Value-Aktien, das heisst zum Beispiel bei Titeln mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, halten wir ebenfalls an unserer neutralen Gewichtung fest – auch wenn wir sie zuletzt etwas reduziert haben. Auf der einen Seite hat die relative Stärke sich verbessert, auf der anderen Seite ist die Bewertung gestiegen. Auch das Konjunkturumfeld spricht für eine neutrale Positionierung in Value-Aktien.»

Quelle: AdvisorWorld.ch