Capital Group Halbjahresausblick 2017: Die Weltkonjunktur hellt sich auf

Erstmals seit Jahren scheinen sich alle wichtigen Volkswirtschaften weltweit zu erholen…..  

 

Capital Group Halbjahresausblick 2017


Doch auch wenn sich die Stimmung an den Märkten aufgehellt hat, stellen sich viele Fragen: Können die US-Märkte weiter steigen? Wird Europa endlich die Wende schaffen? Was bedeuten die steigenden Zinsen für Investoren? Und wird die Politik die Erholung an den Märkten wieder zunichtemachen? Antworten auf diese Fragen liefert die Capital Group in ihrem Ausblick für das zweite Halbjahr 2017. Die Investmentexperten der Capital Group geben darin ihre Einschätzungen für unterschiedliche Märkte.

USA: Das geringe Wachstum ohne Ungleichgewichte spricht dafür, dass die Erholung weitergeht

Derzeit spricht alles für die USA. Davon ist Portfoliomanager Alan Berro überzeugt: „In Teilen der Wirtschaft scheint der Aufschwung schon lange anzuhalten, aber bei Indikatoren wie Wohnimmobilienmarktdaten und Stundenlöhnen sieht es anders aus. Die für das Ende eines Konjunkturzyklus üblichen Übertreibungen sind ausgeblieben. Deswegen glaube ich, dass der Aufschwung noch länger dauert, als viele meinen.“

Europa: Dem alten Kontinent gelingt die Wende

Auch wenn die Risiken nicht völlig verschwunden sind, gibt es Chancen, dass die Aktienmärkte in Europa im zweiten Halbjahr 2017 zulegen. Dieser Ansicht ist Robert Lind, Volkswirt bei Capital Group: „Dank der nachlassenden politischen Unsicherheit in Europa können sich Investoren jetzt wieder auf das Wesentliche konzentrieren: die Fundamentaldaten. Die Gewinne der Euroraum-Unternehmen steigen aufgrund der besseren Konjunktur wieder deutlich stärker. Nach einer längeren Zeit der Mindererträge können Euroraum-Aktien jetzt wieder aufholen.“

Schwellenländer: Nach einer soliden Erholung können die Emerging Markets weitere Fortschritte machen

Die Emerging Markets besitzen noch immer Aufwärtspotenzial. Denn im Vergleich zu den Industrieländern sind die Bewertungen noch immer attraktiv. Das spannendste Land aus Sicht von Portfoliomanager Chris Thomsen ist Indien: „Premierminister Narendra Modi ist reformfreudig, fördert technischen Fortschritt, geht gegen die Schattenwirtschaft vor und bemüht sich intensiv um die Korruptionsbekämpfung. Die jüngsten Erfolge seiner Partei bei den Regionalwahlen zeigen die grosse Unterstützung seiner Reformen. Das ist ermutigend.“

Globale Konjunktur: Nach längerer Schwäche erholt sich die Industrieproduktion weltweit

Früher liess die Industrie an der Erholung der Weltwirtschaft zweifeln, aber jetzt hat sie die Wende geschafft. Entsprechend optimistisch blickt Portfoliomanagerin Lisa Thompson auf das zweite Halbjahr 2017: „Der Weltwirtschaft geht es gut, und die Anlegerstimmung macht Fortschritte. Wie anders war es noch vor einem Jahr, als China, der Brexit und Negativzinsen grosse Sorgen machten. Heute wachsen nicht mehr nur die USA. Auch Japan, Europa und viele Emerging Markets verzeichnen höheres Wachstum und steigenden Konsum – und es gibt Anzeichen für eine höhere Inflation.“

Bonds: Anleihen nicht liegen lassen, wenn die Zinsen steigen

Portfoliomanager David Hoag rät Anleiheinvestoren, sich von einem Anstieg der US-Zinsen nicht verunsichern zu lassen: „Im letzten Jahr hat sich die amerikanische Dreijahresrendite verdoppelt, und die Zehnjahresrendite ist seit den US-Wahlen um einen halben Prozentpunkt gestiegen. Dies spricht für optimistischere Konjunkturerwartungen. Die Politik gibt zwar etwas Anlass zu Optimismus, aber das Wachstum dürfte recht niedrig bleiben. Deshalb – und wegen der vergleichsweise weniger attraktiven Renditen in anderen Industrieländern – dürfte sich der Anstieg der US-Renditen durchaus in Grenzen halten.“

Chancen sieht Portfoliomanager Thomas Høgh zudem in Europa bei ausgewählten Staatsanleihen, Währungen und Anleihen von Unternehmen, deren Finanzen sich verbessern. „Ich glaube, dass die Erholung im Euroraum an Fahrt gewinnt, trotz einigem Gegenwind durch einen möglichen Abschwung in China und Unsicherheit über Grossbritannien.“

Um dem Kreditrisiko zu trotzen, bieten auch auf Lokalwährungen denominierte Staatsanleihen von Schwellenländern eine Alternative. Anders als Hartwährungsanleihen sind sie durchschnittlich besser geratet. Der Grund dafür ist, dass sie gegenüber Währungsschwankungen resistent sind. Der Kurs von Fremdwährungen hat nicht direkt Einfluss auf die Fähigkeit des Landes, seine Lokalwährungsanleihen auszuzahlen. Des Weiteren scheinen die Länder, die Anleihen in Lokalwährungen begeben, entwickelte lokale Märkte zu haben, die für ausländische Investoren zugänglich sind. Stärker geöffnete Märkte führen zu einem höheren Rating. Investoren setzen sich einem höheren Währungsrisiko aus, in dem sie in lokale Währungen investieren, erlangen dadurch aber auch ein reduziertes Kreditexposure und können von höheren Renditen profitieren.

Quelle:  AdvisorWorld