Carmignac’s Note : Anlagestrategie März 2017

Aktien Die Aktienmärkte starteten mit einem unverkennbar positiven Trend in das Jahr. Alle geografischen Regionen legten zu, auch wenn Europa trotz solider makro- und mikroökonomischer Zahlen wegen der politischen Ungewissheiten hinterherhinkt……  

 

Carmignac’s Note – März 2017

Von Didier Saint-Georges Mitglied des Investmentkomitees Managing Director


Unser Exposure liegt zwar dicht am höchstzulässigen Niveau, doch unser Portfolioaufbau ist stets um Selektivität und Ausgewogenheit bemüht. Selektivität insofern, als wir in Unternehmen positioniert sind, die vom Konjunkturaufschwung profitieren können, die aber zugleich solide Fundamentaldaten aufweisen. Das ist typischerweise der Fall bei dem Hersteller von Ausrüstung für die Halbleiterproduktion ASML Holdings, in den wir kürzlich investiert haben. Das Unternehmen ist zum einen sensibel für den Konjunkturzyklus, weist aber durch seine marktführende Stellung und seine solide Bilanz auch ein hohes Maß an Transparenz auf. Ausgewogenheit insofern, als wir auch Positionen aufnehmen, die über unser Thema Reflation hinausgehen. Das trifft beispielsweise auf zwei vor kurzer Zeit neu in unsere Strategie für weltweite Aktien aufgenommene Werte zu, nämlich auf das US-amerikanische Unternehmen für Videospiele Activision Blizzard, dessen verändertes Geschäftsmodell vom Markt noch nicht richtig erfasst wird (mit regelmäßigeren Erträgen und einer geringeren Abhängigkeit von der Veröffentlichung von „Hits“).

Das Risikomanagement hat also neben unserer konstruktiven Positionierung auf den Märkten weiter seinen festen Platz in unserer weltweiten Aktienstrategie. Unsere Positionen in Goldminen haben beispielsweise seit Jahresbeginn deutlich zugelegt und sorgen weiterhin für ein ausgewogenes Gesamtrisiko des Portfolios.

Anleihen

Wenngleich die Inflation in allen Industrieländern weiter angezogen hat, blieben die langfristigen Nominalzinsen weitgehend unverändert. Wir glauben weiterhin, dass die Anleger in ihren Inflationserwartungen zu zurückhaltend sind, denn der Anstieg der Preise scheint uns weiter verbreitet und nachhaltiger zu sein als ein bloßer vorübergehender Effekt in Verbindung mit dem Anziehen der Ölpreise. Folglich haben wir uns in inflationsgebundenen US-Staatsanleihen positioniert, um das Risiko unserer Anleihenstrategie zu reduzieren und uns gleichzeitig vor einem Anstieg der Inflation zu schützen. In unserer Allokation von Schwellenländeranleihen haben wir schließlich Umschichtungen vorgenommen, indem wir unsere Position in polnischen Zinsen aufgelöst und eine Verkaufsposition auf ungarische Zinsen eröffnet haben. Denn aus unserer Sicht zeichnet sich im Universum der Schwellenländeranleihen eine markante Zweiteilung ab zwischen den rohstoffimportierenden Ländern wie Ungarn, deren Inflation sich stark beschleunigt und deren Anleiherenditen noch sehr niedrig sind, und den rohstoffexportierenden Ländern, deren Schuldtitel hohe Renditen bieten und deren Inflation stark nachlässt. Ein typisches Beispiel hierfür ist Brasilien, unsere größte Position in Schwellenländeranleihen, wo die Inflation soeben unter 5,5% gefallen ist und wo die Zentralbank nun aggressive Zinssenkungen umsetzen kann, wobei es seit Jahresbeginn bereits zwei Senkungen der Leitzinsen um 75 Basispunkte gegeben hat.

Währungen

Beim Dollar wechselten sich seit Jahresbeginn Auf- und Abwärtstrends ab, ohne dass sich eine klare Richtung abzeichnet. Dies bestätigt unser Szenario, nach dem die sehr positive Konsensmeinung in Bezug auf den Dollar das Potenzial für eine weitere Aufwertung der US-Währung begrenzt. Folglich haben wir in unserer Währungsstrategie das Exposure im Euro zulasten der amerikanischen Währung allmählich erhöht. Während für Europa eine Zeit mit zahlreichen Wahlterminen anbricht, haben wir dem Aufbau von diversifizierten Positionen in Fluchtwährungen wie dem Schweizer Franken oder dem Yen den Vorzug gegeben, um das Gesamtrisiko unserer Portfolios zu steuern. Zu erwähnen bleibt letztendlich auch das anhaltende Anziehen der Schwellenländerwährungen, von dem wir in unseren nicht gegen das Wechselkursrisiko abgesicherten Positionen in Lokalwährungen, wie etwa in Brasilien, profitieren.

Quelle:  AdvisorWorld.ch