Moore Colin Columbia Threadneedle Investments

Columbia Threadneedle: Corona-Virus – Phase der Übertreibung ist nah

Der weltweite Ausbruch des Coronavirus stellt nach Auffassung der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle einen klaren Schock für die Weltwirtschaft dar.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Colin Moore, Globaler Chief Investment Officer bei Columbia Threadneedle


Vor den Kurseinbrüchen infolge des Corona-Virus‘ sollten Anleger nach Ansicht der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments nicht in Barmittel flüchten.

„Ich würde nicht dazu raten, in Cash zu gehen“, sagt Colin Moore, Globaler Chief Investment Officer bei Columbia Threadneedle. „Denn die Zinsen sind sehr niedrig, und sollte es eine geldpolitische Reaktion auf die aktuelle Situation geben, dürften sie sogar noch weiter sinken.“

Anleger sollten sich die Frage stellen, ob sie die aktuellen Marktereignisse infolge des Corona-Virus für ein strukturelles Phänomen halten oder für eine vorübergehende Erscheinung. „Das ist nichts Strukturelles“, sagt Moore. „Daher dürften wir an einen Punkt gelangen, an dem die Märkte überreagieren. Denn sie extrapolieren ein temporäres Phänomen und behandeln es damit wie ein dauerhaftes.“

Kurzfristig gibt es Columbia Threadneedle zufolge durchaus Risiken. Diese beträfen vor allem die Liquidität von Privatpersonen und auch von einigen Unternehmen. Komme die Aktivität zum Erliegen, sprich gingen die Menschen nicht mehr zur Arbeit beziehungsweise verkauften die Unternehmen nichts mehr, trockne der freie Kapitalstrom aus. Gleichzeitig blieben Verbindlichkeiten bestehen. Moore: „Anleger, die nicht genug Liquidität haben, verkaufen tendenziell das, was sie können – nicht das, was sie sollten. Das führt am Markt zu Fehlpreisungen von Risiken und Chancen.“

Angesichts dieses Liquiditäts-Problems geht Columbia Threadneedle davon aus, dass die Geldpolitik eine untergeordnete Rolle bei der Bewältigung der Corona-Folgen spielen wird.

Moore: „Der Fokus sollte eher auf der Bereitstellung von Liquidität liegen als auf den Kosten des Geldes. Zwar hängt beides miteinander zusammen. Aber Liquidität bietet als Instrument mehr Möglichkeiten als Zinsen. Niedrigere Zinsen allein könnten zwar die Stimmung am Markt stabilisieren. Aber ihre Wirkung auf die Zuversicht unter Verbrauchern und Unternehmen dürfte begrenzt sein, wenn sie nicht von weiteren Massnahmen begleitet werden.“

Moore zufolge verlaufen Situationen wie die derzeitige in der Regel in drei Phasen: Leugnung, Akzeptanz und Übertreibung.

Dem Experten scheint es, als bewege sich der Markt auf die letztere dieser Phasen zu. „Die Handelsvolumina sind signifikant gestiegen. Das bedeutet, dass einige Wertpapiere momentan unterbewertet sind. Der Abverkauf ist da. Chancen ergeben sich, wenn die Panik ihren Höhepunkt erreicht. Denn dann bewegen sich die Kurse von Aktien und Obligationen ziemlich ungewöhnlich.“

Das Risiko einer Rezession habe infolge es Corona-Virus‘ zugenommen. „Aber Dauer und Ausmass der Rezession, wenn sie denn kommen sollte, dürften ziemlich überschaubar bleiben, mit Ausnahme besonders betroffener Staaten wie China.“ Wie lange die Erholung dauert, dürfte der Fondsgesellschaft zufolge von Branche zu Branche verschieden sein. „Wahrscheinlich dürfte der Tourismus langsamer wieder Fahrt aufnehmen als Besuche im Supermarkt um die Ecke“, sagt Moore.

Quelle: AdvisorWorld.ch