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Columbia Threadneedle: Das Fenster für Value-Chancen bei britischen Aktien schliesst sich

Columbia Threadneedle: Nur Russland und Brasilien haben sich seit Jahresbeginn schlechter entwickelt, und die für die Vermögensallokation Verantwortlichen sind noch immer abgeneigt, britische Aktien in Betracht zu ziehen, die sogar noch günstiger sind als vor einem Jahr.

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Richard Colwell Head of UK Equities, EMEA Columbia Threadneedle


Internationale Unternehmen, die im Vereinigten Königreich notiert sind, werden mit doppelt so hohen Abschlägen gehandelt als wenn sie in Europa oder den USA notiert wären und mit einem durchschnittlichen Abschlag von 40% gegenüber dem World MSCI.

Dass das Vereinigte Königreich so unbeliebt bleibt, ist bezeichnend für das hohe Mass an Konsensdenken an den Märkten. Wir sind weiter fest vom Vereinigten Königreich überzeugt, doch solche Trends halten oft länger an als vorhergesagt. Dies schafft die Gelegenheit, die wir heute beobachten, da sich die Auswirkungen verstärken, wenn der Umschwung der Dynamik schliesslich eintritt.

Das Fenster zur Erschliessung dieses potenziellen Werts schliesst sich jedoch allmählich. Der Brexit wird vollzogen werden – auf die eine oder andere Weise. Dies wird endlich Gewissheit geben. Deshalb bleibt die Zahl der Fusionen und Übernahmen hoch und die Aktivitäten beschleunigen sich, weil es eine grosse Bereitschaft gibt, die kurzfristigen Turbulenzen zu ignorieren und sich auf die Bewertungen zu konzentrieren – nicht von Seiten der Marktteilnehmer, sondern vielmehr seitens der Private-Equity- und US-Unternehmen, die erkennen, dass die Zeit knapp wird. Die Marktteilnehmer bleiben zu ängstlich, um diese Bewertungsunterschiede auszunutzen. Wer jedoch noch länger auf die Gewissheit wartet, um davon ausgehend zu handeln, wird die Chance ungenützt verstreichen lassen.

Dividenden spielen eine wichtige Rolle für die Pensionen, Ersparnisse und Einkommen der britischen Bevölkerung. Der beispiellose Charakter der Pandemie und die daraus resultierende Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Liquidität wiederherzustellen, führten im April und Mai zu einem der schnellsten, einschneidendsten und umfassendsten Rückgänge von Dividendenzahlungen, die jemals verzeichnet wurden. Das ist ein Prozess, der am Ende jedes Konjunkturzyklus steht, doch aufgrund des Coronavirus vollzog er sich innerhalb von gerade
einmal drei Wochen. Seither, sowie sich die Bedingungen stabilisierten, hat sich jedoch das Blatt gewendet und 60 Unternehmen haben ihre Dividendenzahlungen wieder aufgenommen. Weitere werden folgen.

Für die Zukunft erwarten wir eine vorsichtigere Politik und eine bessere Absicherung, und selbst im Worst-Case-Szenario dürfte der britische Markt bis zum nächsten Jahr noch immer eine gesunde Renditeprämie für Anleihen bieten. Vorerst sind jedoch die Bilanzen und die Liquidität entscheidend.

Quelle: AdvisorWorld.ch