Fed verändert Zinsen nicht

Wie erwartet hat sich das Federal Open Market Committee entschieden, die Zinsen unverändert zwischen 0,25% und 0,50% zu belassen und wartet lieber “auf weitere Beweise für einen anhaltenden Fortschritt in Richtung ihrer Ziele”….


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Nur drei Mitglieder stimmten bei der September-Sitzung dafür, die Zinsen anzuheben und sowohl der Präsident als auch der Vize-Präsident entschieden sich für Geduld. Wie gewöhnlich wiederholte die Fed ihre Meinung, dass “sich die Voraussetzungen für eine Anhebung der Zinsen verbessert haben”, aber sowohl das Statement als auch der Ton bei der Pressekonferenz lassen vermuten, dass es die Fed mit der Zinserholung nicht eilig hat. Was die drei Andersdenkenden angeht so wird sie Yellen einfach in Schach halten, bis sie den Zeitpunkt für eine Zinserhöhung als gekommen ansieht. Wir gehen nicht davon aus, dass die Fed im November die Zinsen erhöhen wird, da dies in Bezug auf die US-Wahlen ein sehr schlechtes Timing wäre. Eine Erhöhung der Zinsen im Dezember wird jedoch immer wahrscheinlicher, falls die US-Wirtschaft ihre aktuelle Geschwindigkeit beibehalten sollte. Die Fed wird auch zu einem gewissen Zeitpunkt von Worten auf Taten übergehen und dem Markt zeigen müssen, dass sie überzeugt ist, dass die US-Wirtschaft mit einer Erhöhung um 25 Bp umgehen kann – genauso wie sie das im letzten Jahr getan hat. 

Nach einigen wilden Bewegungen startete die Einheitswährung eine Rallye gegenüber dem US-Dollar und der EUR/USD erreichte in der späten asiatischen Sitzung die 1,1228. Die Tendenz geht definitiv nach oben, vor allem jetzt, wo die EZB klar gemacht hat, dass sie aktuell abwarten möchte. Die Schwelle bei 1,15 ist nun in Reichweite.

Wie allgemein erwartet, beschloss die Zentralbank in Neuseeland, den offiziellen Leitzins auf dem Rekordtief von 2% zu halten. Dennoch warnte die Bank die Märkte, dass weitere politische Lockerungen erforderlich sein könnten, um sicherzustellen, dass sich die Inflation näher an das Ziel bewegt. Der Neuseeland-Dollar bewegte sich nach der Veröffentlichung der Entscheidung deutlich zwischen 0,7366 und 0,7292, bevor er sich bei rund 0,7340 stabilisierte. Ein Verlust von 0,13% während der asiatischen Sitzung. Auf der Unterseite findet sich eine Unterstützung bei 0,7235 (Tief vom 13. September), während auf der Oberseite ein Widerstand bei 0,7486 (7. September) zu finden ist.

Die Rohölpreise bekamen gestern einen neuen Auftrieb, da die US-Rohöl-Vorräte um 6,2 Mio. Barrel zurückgingen, wohingegen der Markt ein Plus von 3,25 Mio. erwartet hatte. Das West Texas Intermediate setzte in Asien seinen Aufstieg fort und erreichte 45,80 $, während das Brent-Rohöl auf 47,28 $ pro Barrel stieg, ein Zugewinn von 0,90%. Auch wenn wir weitere Gewinne nicht ausschließen, erwarten wir nicht, dass das WTI über die Schwelle von 50 $ steigt, da es keine Einigung zu einer Produktionsgrenze unter den OPEC-Mitgliedern gibt.

Heute warten die Händler auf die Zinsentscheidung der Norges Bank; die Zinsentscheidung aus der Türkei; den Inflationsbericht aus Brasilien zur Monatsmitte; die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, den FHFA Hauspreis, die Verkäufe bestehender Häuser und den US-Leitindex; die Zinsentscheidung aus Südafrika; und Mario Draghi wird an der ESRB-Konferenz in Frankfurt teilnehmen.

Quelle: AdvisorWorld.ch