Invesco: Von Anlageklassen zu Faktoren – bessere Bausteine für Multi-Asset-Strategien

Die globale Finanzkrise war nicht das erste und sicher nicht das letzte Ereignis, das eine allgemeine Flucht aus Risikoanlagen ausgelöst und damit die risikomindernde Wirkung diversifizierter Portfolios in Frage gestellt hat…... 

Harald Lohre, Senior Research Analyst, Invesco Quantitative Strategies


Tatsächlich kommt es an den globalen Finanzmärkten immer wieder zu solchen  „Risk-on“- bzw. „Risk-off“-Phasen. Vor diesem Hintergrund haben die Multi-Asset-Experten von Invesco faktorbasierte Strategien als sinnvolle Ergänzung der traditionellen Vermögensaufteilung identifiziert, die Multi-Asset-Portfolios zu einer besseren risikoadjustierten Performance verhelfen können.

In der aktuellen Ausgabe der Invesco-Publikation Risk & Reward stellen Alexandar Cherkezov, Portfolio Manager, Invesco Quantitative Strategies, Dr. Harald Lohre, Senior Research Analyst, Invesco Quantitative Strategies, Sergey Protchenko, Senior Quantitative Research Analyst, Invesco Quantitative Strategies, und Jay Raol, PhD, Senior Macro Analyst, Invesco Fixed Income, eine innovative diversifizierte Risk-Parity-Strategie vor, die auf eine Maximierung der Diversifikation im MultiAsset/Multi-Faktor-Universum ausgerichtet ist.

Faktorbasierte Strategien – auch bekannt als Smart Beta, alternative Risikoprämien oder Stilindizes – haben an Popularität gewonnen, sei es als Ansatz für eine bessere Risikokontrolle, höhere Anlageerträge oder beides. Aktienanlegern sind Aktienfaktorstrategien wie Value, Momentum oder Quality bereits geläufig. Inzwischen gibt es aber auch klare Belege dafür, dass diese Stilfaktoren in anderen Anlageklassen ebenfalls relevant sind.

Ungeachtet des großen Potenzials faktorbasierter Strategien in verschiedenen Anlageklassen sollten Anleger jedoch vorsichtig sein. „Nur weil sich ein potenzieller Faktor in der Vergangenheit gelohnt hat, bedeutet noch lange nicht, dass er sich auch in der Zukunft auszahlen wird“, warnt Cherkezov. Um das Potenzial faktorbasierter Strategien wirklich effektiv zu nutzen, müssten Investoren nicht nur relevante Faktoren identifizieren, sondern auch den richtigen Ansatz um sie in ein diversifiziertes Portfolio zu überführen, das die risikoadjustierte Rendite verbessert.

Einschlägige Untersuchungen haben gezeigt, dass die hervorstechenden Stilfaktoren – Carry, Value, Momentum und Quality – auf viele Anlageklassen anwendbar sind. Für ihre Relevanz gibt es unterschiedliche Erklärungen. So können Faktoren eine Prämie für das Eingehen bestimmter Risiken bieten. Auch können sie in einem wiederkehrenden aber nicht notwendigerweise rationalen Anlegerverhalten begründet sein oder die Faktorprämie resultiert aus bestimmten Marktstrukturen oder –hemmnissen. „Faktoren können als latente Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Bewertung von Vermögenswerten betrachtet werden. Durch das Managementrelevanter Stilfaktoren im Zusammenspiel mit traditionellen Anlageklassen können Anleger aus einem größeren Anlageuniversum schöpfen und ihr Portfoliorisiko besser steuern“, so Dr. Lohre.

Die Konstruktion der Aktienfaktor-Portfolios kennzeichnet, dass sie als relevant identifizierte Faktoren so optimiert, dass sieanderen, unerwünschten Faktoren möglichst nicht ausgesetzt sind. Protchenko erläutert die strengen Anforderungen an die Faktorauswahl: „Jeder Faktor muss ein attraktives Risiko- und/oder Renditeprofil bieten, das mit soliden ökonometrischen Verfahren validiert wird. Er muss in dem Sinne einzigartig sein, dass er bereits Vorhandenes ergänzt. Der Faktor muss persistent und investierbar sein, statt nur auf dem Papier Gewinne abzuwerfen“, sagt er.

Die diversifizierte Risk-Parity-Strategie der Invesco-Experten berücksichtigt die drei großen Anlageklassen Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen über einen globalen AktienmarktFaktor, einen globalen Durationsrisiko-Faktor und einen Kreditrisiko-Faktor sowie vier relevante, über die verschiedenen Anlageklassen aggregierte Stilfaktoren – Carry, Value, Momentum und Quality. Diese sieben Bausteine werden in einen Satz unkorrelierter Risikoquellen transformiert und das Risk-ParityPortfolio wird so allokiert, dass jede unkorrelierte Risikoquelle den gleichen Beitrag zum Portfoliorisiko leistet.

„In vielerlei Hinsicht vereint die Strategie viele Fortschritte der Finanzmarkttheorie hinsichtlich Asset Pricing, Diversifikation und Portfoliooptimierung“, sagt Raol, PhD. „Diese Strategie kann als eigenständige Strategie verwendet oder leicht in eine klassische anlagenklassen- und faktorübergreifende Strategie integriert werden.“ 

Quelle:  AdvisorWorld