Investec AM : Stopfords Anlagetaktik – Anlageideen für den Herbst

Immobilien:  Wir sehen weiterhin Chancen in globalen Immobilienanlagen. Die Erträge sind in den meisten Regionen angemessen und unterstützen die Renditen..….

John Stopford, Manager, Investec Global Multi Asset Income Fund und Head of Multi Asset Income bei Investec Asset Management


Dennoch variieren die Wachstumsaussichten auf Regionen- und Sektorenebene stark, beispielsweise sehen wir Unsicherheiten bezüglich Londoner Gewerbeimmobilien angesichts der Bedenken zu Brexit. Wir haben unseren Fokus deshalb auf «alternative» Möglichkeiten im Immobiliensektor, wie etwa Studentenwohnheime, Arztpraxen und Logistik- bzw. Lagerhäuser verlegt. Diese bieten mehr Sicherheit bezüglich regelmässigem Einkommen, Wachstumspotenzial und Inflationskoppelung.

US-Aktien
Obwohl die Bewertungen im historischen Vergleich etwas strapaziert sind, bleibt der fundamentale Hintergrund unterstützend und rechtfertigt diese Niveaus – auch wenn die Dynamik negativ geworden ist. In der Berichtssaison des zweiten Quartals übertrafen in den meisten Sektoren des S&P500 die Bilanzen der Unternehmen sowohl die Gewinn- als auch die Umsatzerwartungen. Wir gehen von einem stetigen Verlauf der Zinserhöhungen der US-Notenbank aus, wobei die Auswirkungen der Bilanzreduktion unklar sind. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir weiterhin renditestarke Unternehmen mit einer guten Gewinnvisibilität, da wir diese langfristig gesehen als erfolgsversprechender erachten, als den breiten Aktienmarkt.

Britische Aktien
Bei den Aussichten für britische Aktien, deren Renditen weiterhin von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden, bleiben wir vorsichtiger: Der Markt findet nach wie vor durch die lockere Geldpolitik und die Schwäche des britischen Pfunds Rückhalt. Beides wird aber bei einem aggressiveren Kurs der Zentralbank und einem stärkeren Pfund weniger unterstützend wirken. Die Unsicherheit bezüglich Brexit-Verhandlungen unter dem neu gegründeten «Hung-Parliament» bleibt bestehen. Ausserdem ist die Wirtschaft weiterhin stark von Konsumkrediten und Wohnraum abhängig.

Europäische Aktien
Die Fundamentaldaten verbessern sich weiter. So wachsen etwa die Umsätze der Firmen weiterhin stark und das allgemeine makroökonomische Umfeld ist weiterhin stützend. Die Bewertungen sind weniger hoch als in den USA, obwohl die Berichtssaison im zweiten Quartal uneinheitlicher ausgefallen ist. Längerfristig ist jede Normalisierung durch Tapering-Massnahmen der Europäischen Zentralbank ein potenzieller Gegenwind. Politische Risiken bleiben zwar bestehen, sind aber etwas limitierter.

Schwellenländermärkte
Die Bewertungen haben sich normalisiert und sind somit etwas weniger attraktiv als auch schon. Die Gewinne haben weiterhin Potential nach oben. Das Momentum bleibt positiv obwohl es moderater geworden ist. Zu China haben wir unsere Erwartungen etwas zurückgeschraubt. Dennoch suchen wir weiterhin nach Unternehmen, die von den Reformen und der wirtschaftlichen Ausbalancierung des Landes, sowie unterstützenden Bewertungen profitieren werden.

Obligationen
Die Renditen von Staatsobligationen spiegeln Erwartungen zu langsamem Trendwachstum, lockerer Geldpolitik sowie niedrigen Inflationserwartungen wieder. Wir erkennen einige zyklische Risiken die in einem weniger expansiven Kurs der Zentralbanken resultieren. Wir bevorzugen Märkte, deren Währungspolitik entweder jener der USA hinterherhinkt, oder die eine übermässige Straffung bereits eingepreist haben. Die Anleihenmärkte der Schwellenländer bieten eine angemessene, relative Bewertung, und viele der renditestärkeren Märkte profitieren weiterhin von der Inflation und der Konvergenz der Zinssätze mit den Hauptmärkten. Unternehmensanleihen sind teuer, mit Spreads auf mehrjährigen Tiefstständen. Der fundamentale Hintergrund ist vorteilhaft, während die Zuflüsse in die Anlageklasse nach wie vor stark und die makroökonomischen Risiken gering sind.

Quelle:  AdvisorWorld