Investec : Politische Extreme haben keine Chance in Europa

Kommentar zur bevorstehenden Bundestagswahl von Ken Hsia, Portfoliomanager des Investec European Equity Fund, Investec Asset Management… 

Ken Hsia


Am 24. September richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, ob Angela Merkel Kanzlerin bleiben wird – eine bemerkenswerte vierte Amtsperiode ist möglich. Umfragen sind sich sicher, dass Merkel gewinnen wird. Rund die Hälfte der Wähler sind im Vorfeld der Wahl aber noch unentschlossen. Aus Marktperspektive ist die Bundestagswahl im Vergleich zu anderen europäischen Wahlen in diesem Jahr die am wenigsten kontroverse. Beide Kandidaten sind pro-europäisch, ihre Wirtschaftspolitik auf Wachstum gerichtet – bei Martin Schulz vielleicht sogar noch stärker.

Politische Risiken in Europa waren zu Beginn des Jahres durch das Erstarken populistischer Programme ein grosses Thema. Heute stellen wir fest, dass die fragmentierte Struktur europäischer Politik die Chance für Extreme erschwert. Koalitionsregierungen sind Standard in Europa, extreme politische Inhalte werden dadurch verwässert und Wandel ist langsam.

Aus Investorensicht erwarten wir, dass die Erholung der Unternehmensgewinne in Europa eine deutlich stärkere Rolle spielen wird. Eine allmähliche Konjunkturerholung und die interne Entscheidung der Unternehmen, Gewinne zu verbessern, wird zu einem vorrausichtlich zweistelligen Gewinnwachstum führen. Ersteres bekam leichten Rückenwind durch die expansive Geldpolitik. Möglicherweise liegt das an dem Wahlzyklus und der Chance der Amtsinhaber, ihre Macht zu erhalten.

Interessanterweise bildet diese fiskalische Expansion einen weiteren Impuls zur Normalisierung des Zinsniveaus, in dem Zinskurven Banken und Versicherungsunternehmen erlauben, ihre Profitabilität zu verbessern. Der Finanzsektor war immer eine starke und nachhaltig positive Säule unseres 4Factor-Prozesses, der wir gefolgt sind. Wir werden weiterhin gute Investmentmöglichkeiten finden, bei denen die Ertragswende bewiesen ist, aber keine Bewertungsabschläge zur Folge hat.

 

Quelle:  AdvisorWorld