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Jupiter AM: Dividendenstrategie und Japan

Jupiter AM: Während die Unternehmen mit einer schweren Ertragseinbusse infolge Covid‐19 und Lockdowns zu kämpfen  hatten, wurden dividendenorientierte Anleger in den westlichen Industrieländern durch Ankündigung von  Dividendenkürzungen und ‐aussetzungen bombardiert.

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Dan Carter, Fund ManagervGlobal


Wohin also können Anleger gehen, um attraktivere  Dividendenrenditen in ihrer Aktienportfolios zu erzielen? Die Märkte im asiatisch‐pazifischen Raum, Japan und in  anderen Schwellenländern könnten die Antwort sein.

Der konservative Ansatz, mit dem viele japanische Unternehmen geführt werden und der häufig mit einer sehr  niedrigen Nettoverschuldung einhergeht, wurde in den letzten Jahren von mehreren Beobachtern als einer der  Kritikpunkte gegenüber dem japanischen Markt angeführt. Die aktuelle Pandemie hat dazu geführt, dass viele  Unternehmen weltweit Dividendenzahlungen einstellen oder sogar vor der Insolvenz stehen. Dies sorgt wiederum  dafür, dass die hohe Finanzkraft japanischer Unternehmen plötzlich nicht mehr als Ineffizienz, sondern eher als  grosser Vorteil betrachtet wird.

An Fakten zur Entwicklung der zukünftigen Dividendenzahlungen von japanischen Unternehmen ist jedoch nur  schwer heranzukommen. Dies ist schlicht darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen es abgelehnt haben,  explizite Prognosen aufzustellen. Ohne diese Daten ist es unseres Erachtens besser, die möglichen Zusammenhänge  zu beurteilen, die hinter möglichen Veränderungen der Dividendenpolitik stehen. Letztlich zählen dazu die  Zahlungsfähigkeit, abhängig von Erträgen und Cashflows sowie der Finanzkraft, und die Zahlungsbereitschaft, die  von der Unternehmenskultur und dem Druck seitens Politik und Aktionären bestimmt wird.

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Kommentars schnitt Japan bei der Bekämpfung von Covid19 wesentlich  besser ab als Europa und die USA – in jedem Fall sind japanische Unternehmen im Allgemeinen gut positioniert, um  eine Rezession abzufedern. Seit der Finanzkrise hat die Mischung aus stark steigender Rentabilität und einem  konservativen Ansatz beim Finanzmanagement zu einer gestärkten Finanzlage japanischer Unternehmen geführt.  Für uns ist es klar, dass japanische Unternehmen mehr als imstande sind, ihre Dividendenausschüttung  beizubehalten.

Natürlich kann niemand mit Sicherheit sagen, wie stark die Gewinne für 2020 infolge der Pandemie einbrechen  werden. Aber wir wissen, dass während der globalen Finanzkrise der GesamtNettogewinn für den TOPIX gegen null  ging. Gleichzeitig gingen die ausgezahlten Gesamtdividenden um gerade mal 24 Prozent zurückgingen, während fast  60 Prozent der Unternehmen ihre Dividendenzahlung je Aktie durch den gesamten Zeitraum hindurch entweder  beibehielten oder sogar erhöhten. Wir gehen daher davon aus, dass die Bereitschaft japanischer Unternehmen,  Dividenden auszuschütten, weiterhin hoch bleibt.

Die AktienRückkäufe dürften jedoch einen anderen Weg einschlagen. Mutige Vorstände werden zwar die  virusbedingt niedrigen Aktienpreise nutzen, um Rückkäufe anzukurbeln, aber unserer Meinung nach wird das nicht  die Norm sein. Wahrscheinlicher ist das Szenario, dass der oben beschriebene Rückschlag zu insgesamt deutlich  weniger Rückkäufen führen wird. Die Vorliebe japanischer Vorstände für Rückkäufe ist schliesslich darauf  zurückzuführen, dass es gegenüber dem Vorjahr relativ leicht ist, diese auszusetzen oder einfach nicht zu  wiederholen.

Insgesamt dürfte der kurzfristige Dividendenausblick für Japan – anders als für viele andere bedeutende  Volkswirtschaften – vergleichsweise gut aussehen. Die Tatsache, dass dies zumindest teilweise durch die  konservative Politik japanischer Unternehmensspitzen bedingt ist, wird ironischerweise bei denjenigen für  Zufriedenheit sorgen, die mit ansehen mussten, dass Japan wegen seiner Manager, die „es einfach nicht verstehen“,  auf Ablehnung gestossen ist.

Quelle: AdvisorWorld.ch