Nein zur Rentenreform 2020 – gut für die Jungen, schlecht für die AHV

Kommentar von Jörg Odermatt, CEO PensExpert AG, zur gescheiterten Rentenreform…..

Jörg Odermatt


Mit einem Gesamtpaket wollte Bundesrat Alain Berset die erste und die zweite Säule stabilisieren. Die Rentenreform 2020 war aber zu kompliziert und zu wenig transparent für die Bürger.

Mit einem Nein an der Urne war deshalb zu rechnen. Für die Jungen ist das eine gute Nachricht.  Denn sie und die nachfolgenden Generationen hätten die Kosten für die Reform tragen müssen.  Trotz Ablehnung der Vorlage, das Volk wäre offen für dringend notwendige Reformen.
Dabei hat die AHV sicher Priorität. Das AHV-Rentenalter für Frauen muss in einer ersten Phase auf Alter 65 angehoben werden und langfristig ist eine generelle Erhöhung des AHV-Alters anzustreben.

Mit dem gestrigen Nein bleibt auch der Umwandlungssatz im Obligatorium der 2. Säule weiterhin bei 6,8% und damit eindeutig zu hoch. Entsprechend wird die Mehrheit der Pensionskassen das überobligatorische Altersguthaben weiterhin als Quersubventionierungstopf einsetzen.
Diese Umverteilung ist systemfremd und für die Versicherten nicht transparent. Aber dieser Umstand wird vermutlich noch länger Bestand halten; denn an der Urne hätte eine Umwandlungssatzreduktion kaum eine Chance.

Quelle: AdvisorWorld