LGT: Ertrag und Risiko optimieren mit alternativen Anlagen

Unabhängig vom Ausgang der anstehenden US-Wahlen werden die Märkte anfällig für Volatilitätsschocks bleiben. Die fragile Weltkonjunktur reagiert empfindlich auf unerwartete wirtschaftspolitische Signale, während die risikofreien Zinsen in der Nähe von null verharren. Für viele Investoren, von Pensionskassen bis hin zu Family Offices, bieten alternative Anlagen hier eine Lösung……

 

Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners


Seit über 17 Jahren verwaltet LGT Capital Partners das Endowment-Portfolio der LGT Group, seines Zeichens eines der grössten europäischen Endowments, mit einem hohen Anteil an alternativen Anlagen. Durch die globale Kombination von alternativen und traditionellen Vermögenswertklassen werden attraktive Risikoprämien hinzugefügt, das Portfolio diversifiziert und nachhaltige langfristige Erträge mit moderater Volatilität erzielt. Die nachfolgenden drei Beispiele stellen dar, wie alternative Anlagen verbesserte Diversifikation und Zugang zu unterschiedlichen Ertragsquellen bieten können.
 
Dekorrelation mittels versicherungsbasierter Anlagen (ILS)

Versicherbasierte Anlagen (Katastrophenanleihen, auch bekannt als Cat Bonds, und besicherte Rückversicherungsverträge) repräsentieren ein Schlüsselelement der strategischen Vermögensallokation der LGT. Diese Anlagen sind weitgehend nicht mit den Finanzmarkttrends korreliert. Mittels versicherungsbasierter Anlagen können Versicherungen die mit Naturkatastrophen verbundenen Schadensrisiken an Investoren auslagern. Anleger bekommen für das Halten dieser Risiken eine Risikoprämie (zusätzlich zum Geldmarktertrag). Treffen aber Naturkatastrophen (z.B. Erdbeben, Hurrikan, usw.) ein und werden definierte Verlustniveaus übertroffen, müssen die Versicherungsnehmer ausbezahlt werden und die ILS-Anlagen verlieren entsprechend an Wert. Gleichzeitig können grosse Katastrophen dank typischerweise steigender Prämien natürlich einen guten Einstiegspunkt in dieses Segment darstellen.
 
Es ist klar, dass die meisten Portfolios von der Einbeziehung von ILS profitiert hätten, besonders während der Baisse von 2007/2008. Grafik 1 (Seite 1 im PDF) zeigt, wie Cat Bonds im Vergleich zu einer Reihe von Märkten eine stabile Performance bei geringer Korrelation geboten haben. Die konkreten Aussichten für dieses Segment variieren natürlich von Zeit zu Zeit und es ist wichtig, ein ILS-Portfolio weit über Regionen und Katastrophenarten hinweg zu streuen. Die Vorteile von ILS im Portfoliokontext sind jedoch unbestritten.
 

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Verbesserte Erträge mit Private Equity (PE)

Die erste PE-Investition der LGT wurde 1998 getätigt. Seitdem bleiben wir von den Vorteilen, die diese Vermögensklasse bietet, überzeugt. Langfristigen Investoren, die einen gewissen Grad an Illiquidität akzeptieren können, winken höhere Erträge bei geringerer Volatilität für das Gesamtportfolio. Abbildung 2 (Seite 2 im PDF) zeigt, dass unsere PE-Anlagen über den gesamten Anlagehorizont deutlich bessere Renditen als der Aktienmarkt erwirtschaftet haben.

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PE-Manager erwerben normalerweise einen kontrollierenden Anteil eines Unternehmens, legen Wert auf Wachstumsstrategien, neue Produkte oder Dienstleistungen oder den Eintritt in neue Märkte, fokussieren auf Kostenkontrolle und Kapitalfluss und Interessenskongruenz mit der Unternehmensleitung. Ihre eigenen Interessen stehen ebenfalls im Einklang mit jenen ihrer Investoren, weil sie für gewöhnlich signifikante Anteile ihrer eigenen Fonds halten und zudem von einer Erfolgsprämie profitieren. Im Gegensatz dazu sind Manager öffentlich gehandelter Unternehmen in der Regel stärker mit administrativen Aufgaben beschäftigt, wie etwa Compliance, Risikomanagement, organisatorischen Fragen oder Nachfolgeplanung. Aktionäre halten meistens jeweils nur einen kleinen Anteil der Unternehmensaktien und verfügen damit über geringe Möglichkeiten, die Geschäftsführung zu beeinflussen, um sicherzustellen, dass stets im besten Interesse der Aktieninhaber gehandelt wird.
 
Sobald die Wertschaffungsziele erreicht sind, versuchen PE-Manager das Unternehmen zu verkaufen – entweder an andere Unternehmen, an einen anderen PE-Fonds oder durch einen Börsengang. Dadurch, dass PE einen langfristigen Horizont setzt, können Manager warten, bis sie ein attraktives Kaufangebot für ihr Unternehmen erzielen.
 
PE-Anteile können zudem die allgemeine Volatilität eines Portfolios senken. Für Investoren, welche sich die Illiquidität der Anlageklasse leisten können, bieten PE-Anlagen während Börseneinbrüchen somit einen gewissen Schutz, wie die Tabelle auf Seite 2 im PDF zeigt. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass beachtliche Unterschiede zwischen dem Erfolg einzelner Manager bestehen. Dies hebt die Bedeutung des Zugangs und der Selektion der besten Manager hervor.

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Abschliessend bieten gelegentliche Baissen antizyklische Gelegenheiten für Akquisitionen von existierenden PE-Fonds oder einzelnen Unternehmen im Sekundärmarkt. Besonders lang andauernde und aussergewöhnliche Markteinbrüche können übermässig verschuldete PE-Investoren durchaus zum Verkauf hochqualitativer Anlagen zu sehr günstigen Preisen zwingen.
 
Im heutigen Umfeld glauben wir, dass Private Equity weiterhin eine überzeugende Möglichkeit bietet, das Ertragsniveau und die Volatilität von Portfolios zu optimieren.
 
Diversifizierung durch Trendfolge-Strategien/CTAs

Trendfolge-Strategien sind allgemein bekannt als Managed Futures oder CTAs (abgeleitet vom Begriff der «Commodity Trading Advisors», welche mittels Optionen und Termingeschäften investieren). Dieses Segment durchlief vor Kurzem eine Dürreperiode. Die langfristige Leistungsbilanz bleibt jedoch solid. Unter dem Strich haben CTAs in Zeiten intensiver Marktverwerfungen vor Verlusten schützen können. Wie Grafik 3 (Seite 3 im PDF) zeigt, haben Trendfolge-Strategien während der zehn schlimmsten Börsenmonate zwischen dem 1. Oktober 2000 und dem 31. August 2016 in neun von zehn Fällen einen Wertzuwachs erzielt. In einem Fall konnten sie die Verluste der Börse deutlich begrenzen.

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Im Portfoliokontext helfen CTAs, grosse Verluste zu vermeiden oder zu reduzieren und spielen somit eine entscheidende Rolle zur Erzielung einer attraktiven langfristigen Gesamtrendite. Sie können von steigenden wie von fallenden Börsen profitieren. Die historische Korrelation mit Aktienmärkten seit 2001 liegt in der Nähe von null, was dieses Segment zu einer effizienten Quelle der Portfoliodiversifizierung macht.
 
Oft wird kritisiert, dass solche Strategien schwer zu verstehen sind und wenig Transparenz bieten. Grosse, professionelle Investoren können aber volle Transparenz erlangen, wenn sie, wie im Falle der Fürstlichen Strategie, die richtigen Kanäle für den Zugang wählen – wie etwa eine Managed-Account-Plattform, die von einem erfahrenen Team geführt und überwacht wird.
 
Konklusionen im gegenwärtigen Marktumfeld

Seit der Finanzkrise von 2008 sind Investoren mit einem ausserordentlichen Makro- und Marktumfeld konfrontiert, das von stetig schwindenden und sehr tiefen Renditen im traditionellen Anlagebereich charakterisiert wird. Erfolgreiche Anlagelösungen erfordern alternatives Denken.
 
Selbst nach so vielen Jahren mit extrem niedrigen Zinsen signalisieren die neuesten Aktionen und Statements der führenden Zentralbanken, dass die Leitzinsen auch in der absehbaren Zukunft sehr niedrig bleiben und zum Teil sogar weiter in den negativen Bereich sinken dürften (z.B. in Europa und Japan). Sogar in den USA, wo der Leitzins im Dezember 2015 zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt angehoben wurde, will die Federal Reserve bei weiteren Zinserhöhungen nur sehr behutsam vorgehen.
 
Auch die Tatsache, dass sich die Aktien- und Anleihenmärkte seit 2009 grundsätzlich weiter in einer Hausse befinden, führt zur Problematik der steigenden Bewertungen und somit der voraussichtlich sinkenden zukünftigen Erträge. Ausserdem notiert die Marktvolatilität aus vieljähriger Perspektive betrachtet auf verhältnismässig niedrigem Niveau – was einen grossen Spielraum für zukünftige Volatilitätsschocks übrig lässt. Es ist letztlich unmöglich, zukünftige Volatilitätsausbrüche – sei es aufgrund von politischen oder marktinternen Ereignissen – systematisch vorherzusagen.
 
Vor diesem Hintergrund werden Investoren weiterhin versuchen, zusätzliche Ertragsquellen zu finden und das Risiko ihrer Portfolios zu optimieren. Alternative Anlagen bieten hier eine wirksame und anerkannte Lösung und dürften daher weiter zunehmend eine wachsende Bandbreite von Investorengruppen ansprechen. Mittels alternativer Anlageklassen wie ILS, Private Equity und Trendfolge-Strategien können robuste Portfolios gestaltet werden – Portfolios, die in steigenden Märkten eine gute Performance bieten und in turbulenten Zeiten die Verluste begrenzen.

Quelle: AdvisorWorld.ch