LGT : Monatliche Vermögensallokation

Das Wichtigste in Kürze: Trump nährt Hoffnungen auf Wirtschaftswachstum und höhere Inflation .….


LGT Capital Partners – Private Banking Europe Investment Committee


Massive Sektorenrotation innerhalb des Aktienmarktes

Anstieg der langfristigen Renditen – die Fed ist bereit für einen Zinsschritt im Dezember

Wir bleiben positiv für den US-Dollar

Reflationserwartungen sind nach den US-Wahlen intakt

Nach den Wahlen in den USA von letzter Woche scheint sich der Staub langsam zu legen und die Kapitalmärkte versuchen das Ergebnis zu verdauen. Angetrieben durch den Sieg von Donald Trump und dem klaren Erfolg der Republikaner wetten die Märkte nun auf die «Erneuerungskarte». Aus heutiger Sicht bleibt es ungewiss in welchem Ausmass sich ein derartiger Wechsel materialisieren wird und falls wann. Immerhin erhielten die Erwartungen in Bezug auf eine Reflation der US-Wirtschaft acht Jahre nach der Finanzkrise aufgrund dieses unerwarteten historischen Ereignisses starken Rückenwind. Die Unsicherheit und demzufolge das Risiko hat sich aber definitiv erhöht, da es abzuwarten gilt welche Ideen auf Trumps Agenda überhaupt machbar sind. Gegenwärtig fokussieren sich die Kapitalmärkte klar auf die potenziell positiven Effekte von Trump initiierter Neuerungen auf das Wirtschaftswachstum. Wir gehen davon aus, dass Infrastrukturmassnahmen, Immigration, «Obamacare» und internationale Handelsbeziehungen an erster Stelle auf Trumps «To-Do-Liste» stehen. Der jüngste Anstieg der Inflationserwartungen in den USA dürfte die Hoffnungen unterstreichen, dass die zu erwartenden politischen Anpassungen effektiv Inflation erzeugen und das Reflationsszenario am Leben erhalten werden. Wir erwarten mehr Klarheit in Bezug auf die Richtung, respektive der Kurs der zukünftigen Regierung bis zur Inauguration am Januar 2017.

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Aktien: Massive Sektorenrotation

Nach einer ersten negativen Reaktion im Tagesgeschäft reagierten die Aktienmärkte positiv auf die Wahl von Trump zum neuen US -Präsidenten. Der Volatilitätsindex des S&P 500 (VIX) brach sprichwörtlich von einem Fünfmonatshoch von 22 auf 14 Punkte ein. In Folge der US-Wahlen setzte eine massive Rotation in den Sektoren ein, welche weiterhin an den globalen Aktienmärkten anhält. An erster Stelle verzeichnete der Gesundheitssektor (Health Care), insbesondere Pharma- und Biotechnologieunternehmen eine Rally, nachdem der Sektor zuvor noch einen Sieg Clintons eingepreist hatte. Mögliche Infrastrukturinvestitionen und die entsprechende Hoffnung auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum, wie auch steigende Inflationstendenzen trieben zyklische Werte im Grundstoff- und Industriesektor an. Der Finanzsektor, vor allem Banken, waren, aufgrund der steilere Zinskurve und dem Ausblick die Regulationsvorschriften – sprich der unter Obama initiierte Dodd-Frank-Act – abgeschwächt wird, ebenfalls gefragt. Andererseits waren traditionelle Anleihen-Proxys wie Versorger und defensive Sektoren wie Basiskonsumgüter eine Finanzierungsquelle und gerieten entsprechend unter Druck. Wir bleiben bei unserer konstruktiven Einschätzung – Übergewicht Europa, neutral für USA und untergewichtet in Schwellenländermärkten und Asien-Pazifik aufgrund der Unsicherheiten infolge des Wahlerfolgs von Trump.

Anleihen: Ausverkauf in den Anleihenmärkten – Fed-Zinsschritt im Dezember höchstwahrscheinlich

Nach den US-Wahlen begann an den globalen Anleihenmärkten ein Ausverkauf und die Renditekurve wurde steiler. Schwellenländeranleihen in lokalen Währungen wurden aufgrund sinkender US-Staatsanleihen und einem steigenden US-Dollar am stärksten getroffen. Der weltweite Anstieg der Renditen wurde angeführt von einem 40 Basispunkte-Anstieg des 10-jährigen US-Treasury. Einzig der japanische Anleihenmarkt zeigte sich immun gegen diese Bewegung. Wir glauben, dass der Ausverkauf bei den Anleihen, respektive der Anstieg der Renditen, an Schwung verlieren sollte, da nominale Anleihenrenditen im Vergleich zu den langfristigen Inflationserwartungen, abgeleitet von der TIPS-Kurve, fast doppelt so stark zulegten. Während die Inflationserwartungen für die USA sich kurz- bis mittelfristig verwirklichen könnten, fragen wir uns, wie sich von den USA ausgehende verlangsamende globale Handelsdynamiken und protektionistische Tarife anderenorts in Inflation übertragen sollen. Wir sind der Ansicht, dass die Anleihenmärkte und der entsprechende Anstieg der Renditen sich auf den Niveaus, welche wir zu Beginn des Jahres bei 5- und 10jährigen Benchmark Staatsanleihen stabilisieren sollten, was relativ nahe an den gegenwärtigen Marktniveaus liegt. Wir erwarten auch einen bald einsetzenden Realitätstest der Märkte in Bezug auf die Erwartungen an globales Wachstum und Inflation während der Trump-Präsidentschaft. Nichtsdestotrotz wollen wir nicht versuchen ein «fallendes Messer aufzufangen» da die Märkte zum Überschiessen in beide Richtungen neigen. Das Anlagekomitee entschied sich bei nominellen Staatsanleihen gegenüber inflationsgeschützten Anleihen untergewichtet zu bleiben und gegenwärtig ein Übergewicht bei globalen Investment Grade-Anleihen beizubehalten.

Währungen: Wir behalten unser Übergewicht im US-Dollar, reduzieren aber den japanischen Yen

Die durch den Anstieg der US-Inflationserwartungen initiierte steile Bewegung der Fed Fund Futures trieb den US-Dollar gegenüber den Hauptwährungen auf das höchste Niveau seit 2016. Wir bleiben übergewichtet, sehen aber nach dem jüngsten Anstieg des Greenbacks ein limitiertes Aufwärtspotential. Weiterhin haben wir für den japanischen Yen angesichts der Zinsdifferenz und der divergierenden geldpolitischen Ausrichtung derzeit keine Präferenz. Für den Euro sehen wir gegen dem US-Dollar nach der jüngsten Bewegung ein begrenztes Abwärtspotential.

Quelle:  AdvisorWorld.ch