LGT : Navigieren in fragilen Märkten

An politischen Ereignissen, die globale Marktturbulenzen auslösen könnten, wird es auch 2017 nicht mangeln: Neben der Brexit-Umsetzung stehen schliesslich auch Wahlen in Deutschland und Frankreich an. Dennoch gehen wir von einem günstigen Anlagejahr aus und raten zu langfristigen Vermögensallokationen, die alternative Investments einbeziehen….

 

Strategieteam-  LGT Capital Partners: Anlageperspektiven 2017


In unserem erneut gutartigen Basisszenario gehen wir davon aus, dass eine neue geld- und fiskalpolitische Impulsmischung die Weltwirtschaft in Schwung halten wird. Der resultierende reflationäre Effekt dürfte das Risiko des zunehmenden Protektionismus in Schach halten und die Jagd nach Renditen trotz steigender Bewertungen die Nachfrage nach Risikoanlagen zusätzlich stützen. Zu-gleich glauben wir, dass die Märkte fragiler geworden sind und die Verwerfungslinien zunehmend intern und weniger durch externe Ereignisse verursacht werden.

Die externen Ereignisse stehen immer besonders stark im Fokus der Medien.

Dazu zählen:

Höhepunkt der Lockerung: Die Geldpolitik hat einen kritischen Punkt erreicht und weitere Lockerungsschritte erweisen sich als immer weniger effektiv. Die anfänglich negativen Marktreaktionen auf die Einführung der Negativzinsen in Japan Anfang 2016 sind ein Beispiel. Die Reaktionen auf die europäischen Lockerungsmassnahmen seit 2015 waren zudem weniger positiv als nach den früheren Lockerungsprogrammen in den USA.

Politik (Wahlen, Volksabstimmungen, soziale Kluften usw.), Geopolitik (Terrorismus, militärische Konflikte usw.) und andere Ereignisse (Naturkatastrophen, Pandemien usw.) können ebenfalls zumindest kurzfristig stark auf die Märkte einwirken.

Zunehmend wichtig und in der Regel eher unterschätzt sind jedoch folgende interne Verwerfungslinien:

Verschiebung der Korrelationen: Traditionelle Anlageportfolios bauen auf einfache Korrelationsmuster. Mit dem neuen Po-licy-Mix könnte die vorherrschende negative Korrelation zwischen Aktien und Staatsanleihen aber wieder hinfällig werden – wie es nach der Ankündigung der Rücknahme der Lockerungspolitik der US-Notenbank Mitte 2013 immer wieder der Fall war.

Herdentrieb: Sichere Häfen, Anleihenersatz und Deflationsinstrumente ziehen übermässig viele Anleger an. Dieses Herdenver-halten kann sich als nachteilig erweisen, sobald sich das Blatt wendet.

Steigende Verschuldung: Durch das Financial Engineering von Unternehmen und die zunehmende Anlegerverschuldung («Margin Debt») erhöht sich das Risiko auf beiden Seiten.

Vermeintliche Liquidität: Der Rückzug der Banken als Liquiditätsanbieter für Finanzinstrumente («Market Maker») und die Einführung automatischer Handelsprogramme könnten Liquidität vorspiegeln und angespannte Marktphasen verschlimmern.

Investoren sollten sich daher nicht nur auf mehr Volatilität, sondern auch auf veränderte Marktmuster vorbereiten. In fragileren Märkten könnte eine einfache Diversifikation unter Umständen keinen ausreichenden Schutz bieten. Zur Gestaltung robuster Anla-geportfolios bieten sich folgende Lösungen an:

-Die Kombination traditioneller und alternativer Risikofaktoren, um eine breit diversifizierte Assetallokation zu erzielen

-Die Nutzung verschiedener Alpha-Quellen in Anlagekategorien, die spezifische Kompetenzen («Skill») erfordern

-Die Ergänzung um anlageklassenübergreifende Strategien und Absicherung gegen Extremrisiken.

Bei LGT Capital Partners sind wir überzeugt, dass stiftungsartige Lösungen wie die Fürstliche Strategie diesen Anlageansatz am bes-ten umsetzen – beginnend mit einer langfristigen strategischen Assetallokation, die dank der Szenarioplanung mehreren künftigen wirtschaftlichen und politischen Szenarien Rechnung trägt. Auf der folgenden Seite skizzieren wir kurz unsere neu angepasste Sze-nariowelt und die daraus resultierenden strategischen Elemente unserer Assetallokation für die kommenden Jahre.

Perspektiven 2017 im Rahmen unserer strategischen Szenarien

Seit der grossen Finanzkrise von 2008 dominierte der «schleichende Fortschritt». Gegen Ende 2016 haben wir unsere Szenariowelt jedoch moderat zugunsten des Regimes «reflationäres Wachstums» aktualisiert.

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Der strukturierte Szenarioplanungsprozess der LGT Capital Partners dient dem Umgang mit Unsicherheit und Komplexität; er ist der erste wichtige Schritt hin zu einer robusten strategischen Vermögensallokation (SAA)

Den Hauptszenarien wird eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit beigemessen, während den Nebenszenarien eine kleinere, aber nicht unbedeutende Wahrscheinlichkeit der Verwirklichung zugestanden wird; die Randszenarien hingegen werden als eher unwahrscheinlich taxiert, bedürfen aber der ständigen Überwachung

Der Zeithorizont der Szenarien beträgt rund 5 Jahre; die Szenariowelt wird einmal im Jahr überprüft und gegebenenfalls angepasst; es wird angenommen, dass sie sich linear vom Status Quo aus entwickeln – auf eher kurzfristige Entwicklungen antworten wir mit der taktischen Assetallokation (TAA), die separat vom strategischen Prozess geführt wird

Strategische Assetallokation für 2017 und danach

Primär aufgrund der im Laufe des vergangenen Jahres verbesserten Perspektiven für «reflationäres Wachstum» und der etwas weniger ausgeprägten Wahrscheinlichkeit einer starken Vermögenswerteinflation («Neuer Optimismus») haben wir Ende 2016 folgende SAA für unsere Fürstliche

Strategie beschlossen:

Erhöhung der globalen Aktienquote (Industrieländer), primär zugunsten der USA

Reduktion von sehr tief verzinsten Staatsanleihen von Industrie- und Schwellenländern sowie des hochverzinslichen Kreditsegments – das Durationsrisiko wurde damit gesenkt

Im Bereich Hedgefonds gab es eine Verschiebung von Global Macro und Equity long/short zu flexiblen anlageklassenübergreifenden Strategien und anspruchsvollen Extremrisikoabsicherungsstrategien

Darüber hinaus haben wir auf TAA-Ebene unseren konstruktiven Ausblick zuletzt durch die Übergewichtung der entwickelten Märkte gegenüber der SAA-Aktienquote akzentuiert, wobei die jüngste Verschiebung zugunsten Japans stattfand (währungsgesichert, was grundsätzlich für alle unsere Positionen in entwickelten Märkten gilt).

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Quelle: AdvisorWorld.ch