LGT : Taktische Asset-Allokation für das Q1/2018

 Wir rechnen weiterhin mit einer weltweit anhaltend freundlichen Konjunkturlage mit allenfalls nur moderatem Inflationsdruck…..

LGT Capital Partners – Strategieteam


Nach den starken und sorglosen Kursrallyes des auslaufenden Jahres halten wir jetzt eine moderate Reduktion des Aktienübergewichts jedoch für angebracht. Bei Währungen ziehen wir wieder tendenziell den US-Dollar vor.

Nachfolgend stellen wir unsere Markteinschätzung und Anlagepolitik für die nächsten drei bis sechs Monate vor. Die hier erwähnten Entscheidungen betreffen die von LGT Capital Partners verwalteten diversifizierten Strategien.

Synchrones Wachstum und niedrige Inflation
Unser Makro-Hauptszenario ist weitgehend unverändert: Wir gehen auch für die kommenden Monate von einem global synchronen Wirtschaftswachstum mit gedämpfter Inflation aus. Die dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) vorauslaufenden Einkaufsmanagerindizes (PMIs) signalisieren beispielsweise für die USA eine Erholung des Realwachstums auf die historische Norm von 3 bis 3.5 Prozent pro Jahr (Grafik 1).

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Auch die internationalen PMI-Umfragen bestätigen dieses Bild (Grafik 2), wobei der Aufschwung in den entwickelten Volkswirtschaften nach wie vor eine stärkere (relative) Dynamik aufweist, als in den Emerging Markets (EM). Die Inflationsraten haben sich zugleich zwar teilweise erholt, bleiben aber im Allgemeinen tiefer als angestrebt (Grafik 3).

Zugleich sind die geldpolitischen Rahmenbedingungen in den meisten grossen Volkswirtschaften derzeit genau richtig kalibriert, sodass inflationäre Ängste ebenso ungerechtfertigt erscheinen wie disinflationäre Gespenster.

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Risiko: Wachstumsdynamik könnte zunehmen

Sollte sich die Wachstumsdynamik jedoch weiter beschleunigen, besteht natürlich die Gefahr, dass (einige) Zentralbanken zu aggressiv reagieren und ihre Straffungspläne vorziehen oder verstärken. Wir behalten daher auch unser alternatives (und eher unwahrscheinliches) Risikoszenario einer desinflationären Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bei.

Bisher ist die US-Notenbank bei ihrer Zinserhöhungspolitik behutsam vorgegangen. Im globalen Vergleich bleibt sie allerdings immer noch am ehesten dazu geneigt, gegebenenfalls ihr Straffungstempo über das derzeit bereits eingepreiste Ausmass hinaus zu beschleunigen – insbesondere, wenn der US-Kongress in den kommenden Wochen eine Steuerreform verabschieden sollte. Im Frühjahr wird Jerome Powell zudem den Fed-Vorstand von Janet Yellen übernehmen, was neue Anhaltspunkte für den künftigen Kurs liefern könnte.

Die US-Wirtschaft ist schliesslich immer noch dem Inflationsziel von 2% pro Jahr am nächsten, wobei die Kerninflationsrate ein guter Indikator für den mittelfristigen Inflationstrend ist. Im Vergleich dazu sind die anderen Notenbanken noch weit von ihren Zielen entfernt, auch wenn es zuletzt wieder in die richtige Richtung ging (Grafik 3).

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Auch die bekannten geo- bzw. politischen Risiken bleiben weiterhin soweit vernachlässigbar, als dass sie einfach nicht gross genug sind, um das globale Wirtschaftsgefüge in naher Zukunft zu beschädigen. Der fundamentale Ausblick für Risikoanlagen bleibt daher insgesamt grundsätzlich gut.

Vorsicht ist gerechtfertigt

Zur gleichen Zeit beobachten wir allerdings zunehmend einige typisch spätzyklische Phänomene: Die Stimmungsindikatoren deuten auf erhöhten Optimismus hin, während Branchenumfragen zeigen, dass sich viele institutionelle Anleger in einer unangenehmen Position sehen – d.h. sie sind in Risikoanlagen übergewichtet, erkennen aber gleichzeitig, dass diese Risiken nicht mehr angemessen entschädigt werden (Aktienbewertungen werden als erhöht angesehen, die Kreditrisikoaufschläge sind historisch sehr niedrig, usw.). Es gibt auch Anzeichen für aufkeimende Übertreibungen, wie zum Beispiel den Hype rund um die Kryptowährungen oder der Anstieg der sogenannten Short-Volatility-Carry-Trades.

Taktische Positionierung: Aktienübergewicht halten

Wir müssen hier allerdings auch festhalten, dass Zeiten der (zunehmenden) Markeuphorie bereichsweise tendenziell auch die höchsten Renditen bieten – und dass solche Phasen auch Jahre andauern können (Grafik 4). Diese Tatsache, kombiniert mit unserer positiven Einschätzung der wirtschaftlichen Fundamentalentwicklung, veranlasst uns, in den diversifizierten Portfolios generell ein Aktienübergewicht beizubehalten. Das Strategieteam hielt es aber dennoch für sinnvoll, jetzt zumindest vorübergehend die Bargeldreserven zu erhöhen – auch, um bei stimmungsbasierten Korrekturen Opportunitäten besser nützen zu können.

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Gewinnmitnahmen in USA und EM

Konkret verkaufen wir primär Aktienpositionen in den USA und den Schwellenländern. Infolge dieser Anpassungen sind wir in den USA nun annähernd neutral und in den EM sowie im asiatisch-pazifischen Raum ex. Japan (APXJ) nur mehr sehr leicht übergewichtet. Gleichzeitig wollen wir an unseren etwas deutlicher ausgeprägten aktiven Übergewichten in Europa und Japan festhalten.

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Abgesehen von dem in dieser Publikation immer wieder beschriebenen guten Konjunkturumfeld, bietet Europa weiterhin tiefere Aktienbewertungen und auf Sicht unterstützende Geldpolitik, während sich die politische Risiken entspannt haben. Nachdem die europäische Marktperformance in diesem Jahr im globalen Vergleich eher enttäuschte, erscheint uns das Erholungspotential jetzt entsprechend grösser zu sein. In Japan ist die Abenomics-Politik nach den Unterhauswahlen vom letzten Oktober wieder auf Kurs und der Aktienmarkt hat sich in diesem Jahr sehr gut entwickelt – und zwar auch ohne den Rückenwind einer sich abschwächenden Währung. Nippons Unternehmensgewinnwachstum ist zudem breit abgestützt und die Marktbewertungen zählen nach wie vor zu den attraktivsten weltweit.

Anleihen: Abbau in den Schwellenländern

Im festverzinslichen Segment setzen wir im Verhältnis zu unserer strategischen Quote weiterhin auf eine kurze Duration und ein deutliches Untergewicht bei Staatsanleihen der Industrieländer. Eine reduzierte Position halten wir auch im Bereich der Unternehmensanleihen. Obwohl sie noch weiter sinken könnten, sind die Risikoprämien sowohl im Investment Grade- als auch im High Yield-Bereich für uns einfach nicht attraktiv genug, insbesondere im Vergleich zu Aktien.

Bei EM-Anleihen haben wir aufgrund des Ausblicks auf steigende US-Zinsen und eines stärkeren US-Dollar die Gewichtung aktiv etwas reduziert. Wir bevorzugen jedoch weiterhin die EM (neutral) gegenüber Industriestaaten (DM, untergewichtet). Innerhalb des EM-Segments favorisieren wir ebenfalls weiterhin Lokalwährungsanleihen (geringfügig übergewichtet) gegenüber Hartwährungsanleihen (untergewichtet).
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Alternative Anlagen: Rebalancing von Hedgefonds

Die Positionierung der alternativen Anlagen bleibt insgesamt unverändert auf unserer strategischen Neutralquote, wobei wir hierzu ein Rebalancing der Hedgefonds (HF) umgesetzt haben. HF-Strategien haben sich während der in diesem Jahr besonders starken Hausse insgesamt schwach entwickelt, was entsprechend zur einer Verringerung der relativen Gewichte in den Portfolios geführt hatte. Mit dem Rebalancing haben wir die Untergewichtung nun geschlossen. Aus strategischer Sicht – d.h. auf mehrere Jahre gesehen – machen HFs als Allokationsbestandteil schliesslich nach wie vor Sinn.

Durch die Verkäufe von Aktien und EM-Anleihen verdoppelt sich unsere Liquiditätsquote – was uns fortan mehr Spielraum für opportunistische Käufe bietet.

Währungen: USD wieder bevorzugt

Im Devisenbereich wurden die verbleibenden Long-Positionen in der schwedischen Krone (SEK) und dem kanadischen Dollar (CAD) vollständig geschlossen. Die Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik in der jeweiligen Wirtschaft sind verblasst, während sich die technischen Preissignale verschlechtert haben. Zugleich haben wir den Schweizer Franken (CHF) verkauft und den Euro (EUR) gekauft, um die Short-Positionen der oben genannten Positionen wieder von EUR auf CHF umzustellen. Die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen in Deutschland ist gesunken, was den EUR stützt.

Unser aktives Devisen-Overlay ist jetzt Long im USD und Short im CHF, AUD und JPY. Schliesslich behalten wir ein passives Übergewicht in vorwiegend EM-Währungen (Ergebnis der diversen TAA-Positionen).

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Taktische Asset-Allokation für ein ausgewogenes Modellportfolio in USD

Unsere taktische Asset-Allokation (TAA, aktive Positionierung gegenüber unserer strategischen Neutralquote) wird quartalsweise für jeweils drei bis sechs Monate bestimmt (zuletzt am 7. Dez. 2017) und monatlich überprüft. Dazwischen werden kurzfristige Aktionen getätigt, um von aktuellen Marktbewegungen zu profitieren. Die aktuelle TAA in Kürze:

  • Aktien insgesamt übergewichtet, tendenziell zugunsten Europas und Japans
  • Anleihen und Duration mit Ausnahme des Schwellenländer-Segments generell vergleichsweise untergewichtet
  • Real- und Alternativanlagen: REITs gegenüber MLPs und Rohstoffaktien bevorzugt; LPE untergewichtet
  • Währungen: USD insb. gegenüber CHF, AUD und JPY bevorzugt; passives Übergewicht in den EM und Asien
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Quelle:  AdvisorWorld.ch