Berthon Jean-Baptiste Lyxor AM

Lyxor : Merger Arbitrage gewinnt trotz Aktienrückgang hinzu

Lyxor : Vor dem Hintergrund der erneuten, mit viel Lärm umgesetzten Covid-19-Lockdowns in ganz Europa erlebten globale Aktien Ende Oktober einen Kurseinbruch..

Von Philippe Ferreira Senior Strategist –  Jean-Baptiste BerthonSenior Strategist ( Photo) – Bernadette BusquereArnalHedge Fund Analyst


wodurch der MSCI World im gesamten Monat 3% verlor.

Anleihen boten kaum Schutz, da Konjunkturpakete zur Vermeidung eines grösseren Einbruchs einen Aufwärtsdruck auf die Renditen ausüben würden.

Im Hedgefondsbereich entwickelten sich Strategien mit höherem Markt-Beta wie z.B. Special Situations und Directional L/S Equity unterdurchschnittlich (-0,8% bzw. -0,6% im Oktober) und auch CTAs und Market Neutral L/S wiesen negative Renditen (-1,2% bzw. -0,8%) auf. Merger-Arbitrage- und L/S-Credit-Strategien konnten positive Renditen verbuchen.

Merger Arbitrage profitierte von attraktiven Transaktionsspreads, wieder zunehmenden Volumen an Fusionen und Übernahmen in den USA sowie von ihrem Diversifikationspotenzial. Unseren Schätzungen zufolge liegt ihr Aktienmarkt-Beta derzeit bei 3%, unter dem 5-Jahres-Durchschnitt (8%). Ein Rückgang des MSCI World um 10% würde damit zu einem Renditeschwund von 0,3% führen. Somit war die Alpha-Generierung im vergangenen Monat von Bedeutung.

Aufgrund einer Neuausrichtung der Merger-Arbitrage-Strategie im aktuellen Kontext der US-Wahlen reinvestiert die Strategie ihre Vermögenswerte nicht auf Basis von Wahlprognosen. Die Barmittelbestände sind zurzeit erhöht. Agnostizismus gegenüber der US-Wahl bedeutet auch, dass ein potenzieller demokratischer Präsident und strengere Kartellbestimmungen den Managern auf kurze Sicht keine Sorgen bereiten. Das zentrale Thema, das es für Merger Arbitrage zu beobachten gilt, sind SPACs und inwieweit diese Fusionen und Übernahmen ankurbeln werden. Ein SPAC (Special Purpose Acquisition Company) ist ein Finanzierungsinstrument, das Investoren gemeinschaftliche Investitionen mit einem Sponsor (dem Erwerber) ermöglicht. Es handelt sich dabei um eine neu gegründete börsennotierte Kapitalgesellschaft, deren einziger Zweck in der Übernahme oder der Fusion mit einem operierenden Unternehmen innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens besteht. SPACs gibt es zwar seit den 1980er Jahren, aber populär wurden sie erst Anfang der 2000er Jahre. 2020 boomte der SPAC-Markt und es kam zu Mega-SPAC-Börsengängen. In der Folge wurde der Markt liquider und zog institutionelle und alternative Investoren an. SPACs sind für Merger-Strategien reizvoll, da sie ein attraktives Renditeprofil mit geringer Volatilität bieten. Im letzten Monat leisteten SPACs einen kräftigen positiven Beitrag zur Performance von Merger Arbitrage. Sie dürften in den kommenden Quartalen für solide Volumen an Fusionen und Übernahmen sorgen, da laut Dealogic zum Ende des dritten Quartals 50 Mrd. USD an schuldenfreiem Kapital für künftige Akquisitionen verfügbar sind.

Quelle: AdvisorWorld