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Lyxor : So positionieren sich L/S-Equity-Hedgefonds in bezug auf den aufschwung

Lyxor : Mittlerweile erwartet ein Grossteil der Investoren im Jahr 2021 günstige Rahmenbedingungen für Risikoanlagen.

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Von Jean-Baptiste Berthon Senior Strategist  (Photo) – Philippe Ferreira Senior Strategist – Pierre Carreyn Hedge Fund Analyst


Mit der Einführung von Impfstoffen und der Fortsetzung der reflationären Massnahmen dürfte sich die Normalisierung der Weltwirtschaft angesichts geringerer geopolitischer Unsicherheiten, einer immer noch reichlichen globalen Liquidität und hoher Sparguthaben, die nach und nach wieder investiert werden, beschleunigen. Bedrohungen durch beispiellose Konjunkturprogramme und durch wachsende Ungleichheiten dürften nicht sofort zum Tragen kommen.

Dennoch erwarten Investoren ein höchst atypisches Jahr mit vielen Unwägbarkeiten. Da es wenig Klarheit gibt über den Zeitpunkt, ab dem Herdenimmunität erreicht ist, und über die Bedrohung, die von den Virusmutationen ausgeht, wird es schwierig bleiben, die richtige Zeitfolge der Erholung von Regionen, Sektoren und Einflussfaktoren zu bestimmen. Zudem werden es Manager mit hoch bewerteten, konsensorientierten und umkämpften Vermögenswerten zu tun haben, was ein geschicktes Market-Timing erfordert, zumal ihnen nur begrenzte Möglichkeiten zum Schutz ihrer Portfolios zur Verfügung stehen. Wie gehen L/S-Equity-Hedgefonds in den USA mit diesen Widersprüchlichkeiten um?

Nachdem sich die US-Hedgefonds im Februar auf defensive und Wachstumswerte gestürzt hatten, gewichteten sie im März und April zyklische Titel für kurze Zeit neu, bevor sie in der Spätphase der Rally einige Gewinne mitnahmen. Nach dem Crash, durch den erhebliches Alpha erwirtschaftet wurde, bestand die primäre Entscheidung in der Allokation in Aktien, die langfristigen Trends ausgesetzt sind (unter anderem Digitalisierung, Klimawandel, Zuhausebleiben). Die Wahrscheinlichkeit einer ambitionierteren Politik zur Reflation seitens der Demokraten in den USA und die Ankündigung von Impfungen im November veranlassten die Manager schliesslich zum Eingehen zusätzlicher Risiken. Da die Märkte voller Euphorie in das Jahr gestartet sind (ein übliches Muster beim Weg aus der Rezession), haben Hedgefonds ihre Exposures im Januar erhöht, wobei sie zyklischen Titeln gegenüber Value-Aktien noch immer den Vorzug geben.

Im Einzelnen stellen wir fest, dass Hedgefonds weiterhin Aktien meiden, die am stärksten von der Pandemie betroffen waren und deren Kurse seit November den höchsten Anstieg verzeichneten (siehe unsere Corona-Körbe aus Aktien aus US-Teilsektoren). Stattdessen bevorzugten sie Aktien, die 2020 nicht zu deutlich hinterherhinkten, eine starke Hebelwirkung sowie eine positive zyklische Ausrichtung an den Tag legen und günstiger sind als Titel, die im vergangenen Jahr glänzten. Dazu gehören Aktien aus den Bereichen Unternehmensdienstleistungen, Bauwesen, Haushaltsprodukte, Facheinzelhandel, Automobile und Chemie. Wir stellen fest, dass Manager ihre Allokation in Aktien, die ein wenig mehr betroffen waren, ebenfalls allmählich erhöhen. Darunter sind auch Sektoren wie Finanzdienstleistungen und Industriekonglomerate.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hedgefonds ihre Risiken erhöhen und mit Vorsicht qualitativ hochwertigere Value-Aktien in Betracht ziehen, da die Zuversicht steigt und zyklische Aktien steigen. Unterdessen verringern Manager aktuell ihre Exposures in den Bereichen Technologie und langfristige Trends entsprechend der Marktgewichtung. Wie die nach wie vor hohe Korrelation und Streuung der Renditen bei Managern belegen, sind Value- gegenüber Growth-Exposures und Market-Timing die wichtigsten Treiber, die einen Unterschied für Alpha machen.

Quelle: AdvisorWorld