Raiffeisen Anlagepolitik : Märkte umschiffen politische Klippen

Die (geld-)politischen Risikoherde werden derzeit an den Märkten problemlos umschifft. Auch für die französischen Präsidentschaftswahlen erwarten wir einen marktfreundlichen Ausgang. Wir erhöhen die Quote für europäische Aktien auf neutral. Die Konjunkturdynamik in den Schwellenländern bietet Anlagechancen…..


Raiffeisen Anlagepolitik April 2017

Marktkommentar


Für die französischen Präsidentschaftswahlen zeichnet sich kein Aussenseiter-Sieg ab, wie es noch in den USA der Fall war. Auch wenn Marine Le Pen am 23. April ein beachtliches Resultat gelingen sollte, wird es in der zweiten, entscheidenden Runde gegen den anderen verbleibenden Kandidaten, Emmanuel Macron oder François Fillon, wahrscheinlich nicht zum Erfolg reichen. Entsprechend richten wir das Portfolio bereits im Vorfeld zu den Wahlen darauf aus, dass ein weiterer Risikoherd eingedämmt wird und erhöhen die Quote für Aktien aus der Eurozone auf neutral. Die europäischen Aktienmärkte sind seit der Finanzkrise 2007 gegenüber anderen Märkten deutlich im Hintertreffen (siehe Grafik). Insbesondere Banken belasten den Gesamtmarkt. Bei einer breiteren Entspannung in der Eurozone aufgrund der politischen Beruhigung und einer robusten Konjunkturerholung trägt auch dieser Sektor deutlich zum Aufholpotenzial bei.

Die geldpolitischen Klippen, die US-Zinserhöhungen und die Exit-Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB) aus der ultraexpansiven Geldpolitik, haben ebenfalls an unmittelbarer Bedrohung eingebüsst. Das Zinserhöhungstempo in den USA bleibt gemächlich. Die EZB dürfte dagegen im Jahresverlauf maximal den negativen Einlagensatz leicht korrigieren. Das Risiko, dass sich die Zentralbanken unter stärkerem Zugzwang sehen wird auch durch die wieder leicht rückläufigen Inflationsraten gedämmt.

Schwellenländeroptimismus hält an

Mit vorsichtig agierenden Notenbanken dürften Schwellenländer-Anlagen in der Gunst der Investoren bleiben. Noch mehr aber dürften sie von der weiterhin starken konjunkturellen Erholung profitieren. Unter anderem hat sich auch die Aussenhandelssituation stabilisiert. Die Schwellenländer weisen seit 2016 insgesamt wieder positive Aussenhandelssaldi aus, nachdem in den Vorjahren ein deutliches Abrutschen in die DefizitZone verzeichnet wurde. Die Gefahr von protektionistischen Massnahmen seitens USA scheint überdies gering, nachdem sich bisher herausgestellt hat, dass die Durchsetzungskraft der neuen US-Regierung limitiert ist. Neben einer weiterhin neutralen Quote für Hartwährungs-Anleihen aus Schwellenländern empfehlen wir neu auch eine taktische Quote für entsprechende Obligationen in Lokalwährung.

Alternative Anlagen: Immobilien bleiben attraktiv Indirekte Immobilienanlagen haben sich rasch von den Zinsturbulenzen nach den US-Wahlen erholt. Mit zurückhaltenden Zentralbanken erwarten wir weiterhin einen soliden Performance-Beitrag aus Immobilienanlagen. Dagegen dürfte das Aufwärtspotential bei Gold kurzfristig limitiert sein. Denn der USD hat bereits korrigiert und der Inflationsdruck bleibt gedämpft.

05 04 17 RafMark

Quelle: AdvisorWorld.ch