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Natixis : Selbstgefälligkeit könnte das grösste Risiko für Investoren sein

Natixis´ Strategen bleiben für den Rest des Jahres konstruktiv – Selbstzufriedenheit das grösste Risiko.

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Umfrage unter 42 Experten von Natixis, Natixis Investment Managers und deren angeschlossenen Vermögensverwaltern:

Obwohl der Markt die erste echte Inflation seit 13 Jahren bereits verarbeitet, könnte Selbst-zufriedenheit das grösste Risiko für Investoren sein

Trotz bislang hoher Renditen an den Anlagemärkten gehen die Hälfte (57%) der Strategen davon aus, dass es noch sechs bis neun Monate dauern wird, bis sich die Weltwirtschaft wieder vollständig erholt hat.

Technologie (88%), Gesundheitswesen (83%), ESG-Investitionen (76%) und Immobilien (74%) sehen sie als Gewinner der Krise, kaum verändert zur letztjährigen Umfrage.

In Kryptowährungen sehen sie keine echte Alternative zu traditionellen Währungen

Laut einer Mitte des Jahres durchgeführten Umfrage unter 42 Portfoliomanagern, Strategen und Ökonomen könnte Selbstgefälligkeit das grösste Risiko für Investoren sein. Die Befragten repräsentieren die Expertise von Natixis Investment Managers, 16 seiner angeschlossenen Vermögensverwalter und Natixis Corporate and Investment Banking.

Der Ausblick der Natixis-Experten bleibt zum Jahresende konstruktiv, und sie erkennen nur wenige Risiken am Horizont. Weil sich aber die langfristigen Auswirkungen der Pandemie nur langsam entfalten würden, sei es umso wichtiger, die Augen offen zu halten. Während in der ersten Hälfte des Jahres in den meisten grossen Indizes zweistellige Renditen erzielt wurden, sollten die Anleger in der zweiten Jahreshälfte auch auf Inflation und Bewertungen achten.

„Eine Sorgenwand hält die Stimmung weiterhin in Schach. Wir hören viele Sorgen über den Höhepunkt des Wachstums, aber wir erinnern die Anleger daran, den Höhepunkt des Wachstums nicht mit dem Höhepunkt der Dynamik zu verwechseln. Wir erwarten zwar, dass das Tempo der Erholung nachlässt, aber auf einem Niveau, das die Unternehmensgewinne immer noch stark unterstützt“, sagt Jack Janasiewicz, Portfoliomanager & Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers Solutions.

Für die Strategen von Natixis gab es in dieser jährlichen Umfrage kein einzelnes Risiko, das hervor-stach. Kein Risikofaktor wurde mit mehr als durchschnittlich 7 auf einer Skala von 10 bewertet. Auch die Inflation wurde als vorübergehend bewertet, angetrieben von den Verbrauchern, die gerade aus den Lockdowns kommen und über reichlich Bargeld verfügen, in Verbindung mit Engpässen in der Lieferkette.

„Aber die Risiken liegen eindeutig auf der Oberseite. Sogar die Fed musste einräumen, dass die Inflation im Jahr 2021 heiss laufen wird, obwohl sie zuversichtlich ist, dass sie nicht darüber hinaus ansteigen wird“, sagte Lynda Schweitzer, Co-Team Leader of Global Fixed Income, Loomis Sayles.

21-07-21 1 Natixis

Value führt weiterhin bei Aktien

Einer der wichtigsten Markttrends nach der Pandemie war die Rotation in Richtung „Value“-Aktien. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte sind 64% der Befragten der Meinung, dass Value zumindest noch ein paar Monate laufen wird; aber nur ein Viertel (26%) glaubt, dass die Outperformance noch ein paar Jahre anhalten könnte. Nur 10% glauben, dass die Outperformance von Value-Aktien bereits vorbei ist. Diese Meinung war am stärksten bei den 21% der Befragten, die in den letzten beiden Quartalen des Jahres 2021 einen Stillstand der Märkte sehen.

„Damit Value weiterhin eine Outperformance erzielt, muss sich die Inflation tatsächlich als vorüber-gehend erweisen, und wir brauchen weitere fiskalische Unterstützung“, sagt Chris Wallis, Chief Investment Officer, Vaughan Nelson Investment Management.

Alles hängt von der Fed ab

Von allen Faktoren, die die Marktentwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2021 beeinflussen könnten, sagen die Strategen, dass die Politik der Fed der wichtigste ist – mit 7,2 von 10 Punkten.

Die Aussichten für die Schwellenländermärkte in der zweiten Jahreshälfte hängen ihrer Meinung nach ebenfalls von der Fed ab. Die Outperformance der Schwellenländer sei abhängig von einem stabilen Dollar und stabilen Zinsen.

Werden sich Aktien aus Schwellenländern besser entwickeln als die aus entwickelten Volkswirtschaften?

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Die Gewinner der Pandemie bleiben dieselben

Während Kryptowährungen im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgten, glaubt keiner der 42 befragten Strategen, dass sie eine echte Alternative zu traditionellen Währungen darstellen.

Was die Gewinner der Krise angeht, sahen die Befragten kaum Veränderungen im Vergleich zur letztjährigen Umfrage: Technologie (88%), Gesundheitswesen (83%), ESG-Investitionen (76%) und Immobilien (74%). Sechs von zehn Strategen (57%) zählen alles, was vom Trend zum Home Office und zum Online-Shopping profitiert, zu den Gewinnern der Pandemie. Das zeigt, dass viele glauben, dass es einige Zeit dauern wird, bis die Arbeitnehmer wieder in ihre Büros zurückkehren.

Weniger überzeugt sind die Strategen vom Energiesektor (38% Gewinner / 62% Verlierer) und vom Reisesektor (52% Gewinner / 48% Verlierer), was auf eine vollständige Wiedereröffnung irgendwann in der ersten Hälfte des Jahres 2022 und nicht schon in der letzten Hälfte des Jahres 2021 hindeutet.

Quelle: AdvisorWorld.ch