Neue Untersuchung von State Street und CFA Institute: Schweizer Anleger halten im Schnitt mehr Barmittel als der weltweite Durchschnitt

Eine aktuelle Studie1 des Centers for Applied Research, der unabhängigen Denkfabrik der State Street Corporation, und des CFA Institutes hat ergeben, dass über die Hälfte der Schweizer Kleinanleger Barmittel hält, anstatt in Anlageprodukte, wie Investmentfonds, Immobilien und inflationsgeschützte Wertpapiere zu investieren – dies sind 15 Prozentpunkte mehr als der weltweite Durchschnitt…..

 

Des Weiteren ergab die Studie, dass Schweizer Investoren zu einem individualistischen Verhalten neigen und ihre Vermögensanlage lieber selbst in die Hand nehmen: Mehr als zwei Drittel der befragten Anleger rechnen sich selbst ihren Erfolg bei der Finanzplanung zu. Hierin unterscheiden sich die Schweizer Kleinanleger im Durchschnitt deutlich von den weltweiten Investoren, von denen knapp 30 Prozent ihre Familie und etwas mehr als 20 Prozent ihren Anlageberater für den Anlageerfolg verantwortlich machen – im Vergleich zu jeweils nur ca. 15 Prozent der Schweizer Investoren.

Dies liegt möglicherweise an der tendenziell zynischen Haltung, die Schweizer Anleger gegenüber Finanzinstituten haben, denn mehr als drei Viertel der Anleger glaubt, dass Finanzinstitute Produkte und Dienstleistungen anbieten, die primär dem eigenen Interesse der Investmentgesellschaft dienen und nicht dem der Anleger.

Obwohl Schweizer Kleinanleger die Vermögensanlage selbst in die Hand nehmen, verfügen sie über einen vergleichsweise niedrigen Wissenstand zu bestimmten Anlagethemen:

– Etwas weniger als zwei Drittel (61%) der Anleger wissen nicht, wie hoch in etwa die Gebühren sind, die für ihre Spar- und Anlageprodukte anfallen –  im Vergleich zu ca. 50 Prozent der Anleger weltweit.

– Etwas mehr als ein Zehntel (13%) der Schweizer Investoren geben zu, dass sie weder Können noch Wissen aufweisen, wie ein Pensionsplan genutzt werden kann. Dies gilt, obwohl der Zugang zu staatlich unterstützten Plänen in der Schweiz im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch ist.

– Fast drei Viertel der Anleger (71%) gaben an, dass sie sich mit den staatlichen Anreizen nicht auskennen.

Mimmi Kheddache Jendeby, Senior Research Analyst, State Street Center for Applied Research, sagte hierzu: „Einerseits zeigen unsere Untersuchungen, dass Schweizer Kleinanleger zu einem individualistischen Verhalten neigen und ihre Vermögensanlage trotz vergleichsweise niedriger Anlagekenntnisse auf bestimmten Gebieten lieber selbst in die Hand nehmen. Andererseits zeigt unsere Studie deutlich, dass die Anleger langfristig orientiert sind und die Wahrscheinlichkeit deshalb niedriger ist, dass die Wertentwicklung darunter leidet wenn sie bei niedrigen Kursen verkaufen und bei hohen Kursen kaufen sollten. Dennoch könnten Anleger in der Schweiz ihren Anlageerfolg steigern, wenn sie sich über die zu entrichteten Gebühren und deren Auswirkungen auf das Anlageergebnis informieren würden.“

Rebecca Fender, Leiterin der Initiative Future of Finance beim CFA Institute, ergänzte: „Die Untersuchung zeigt, dass der Anlageerfolg tatsächlich auch vom Anlagemotiv abhängig ist. Fehlt ein kundenorientierter Vorsatz, auf dem basierend man eine Vorliebe für das Lenken der Märkte entwickelt, dann wird es schwierig, das Interesse und die Motivation entsprechend zu beeinflussen. Wir sind der Auffassung, dass Investmentspezialisten und ihre Unternehmen das Anlageergebnis der Kunden durch das Berücksichtigen von Phi verbessern und somit auch für ein höheres Vertrauen in die gesamte Finanzbranche sorgen können.“


1 Diese Ergebnisse stammen von einer über 18 Monate geführten Studie des Centers for Applied Research, der unabhängigen Denkfabrik der State Street Corporation (NYSE: STT), und des CFA Institutes mit ca. 7.000 Investoren, davon 3.600 Kleinanleger. Die Study beinhaltete 180 Schweizer Kleinanleger

Quelle: AdvisorWorld.ch