Neuer Research-Bericht des BlackRock Investment Instituts: Alle investoren sollten “klimabewusst” werden

Research zeigt das Potenzial für klimabezogene Mehrerträge…

Ewen Cameron Watt, Senior Director des BII


Investoren können den Klimawandel einer neuen Studie des BlackRock Investment Institute (BII) zufolge nicht länger ignorieren. Angesichts zunehmender regulatorischer Initiativen, die auf das Klima abzielen, sowie plötzlicher technologischer Veränderungen sollte Klimabewusstsein Bestandteil von Investmentanalysen sein.

In seiner neuen Publikation „Adapting portfolios to climate change” („Portfolios an den Klimawandel anpassen“) führt das BII klimabezogene Marktrisiken im Detail aus. Dabei handelt es sich dem BII zufolge um:

·         Technologischen Fortschritt, der die Produktion, Speicherung und den Verbrauch von Energie betrifft und dadurch bestehende Geschäftsmodelle infrage stellt

·         Regulatorische Bestrebungen mit dem Ziel, den Kohlenstoffausstoss zu begrenzen und die Energieeffizienz zu verbessern

·         Die zunehmende Häufigkeit von Wetterextremen

·         Den gesellschaftlichen Ruf nach stärkerem Klimabewusstsein auf Seiten der Unternehmen und bei institutionellen Investoren

„Wir denken, dass klimatische Risikofaktoren unterschätzt und zu gering bewertet wurden, weil sie als weit entfernt wahrgenommen wurden”, sagt Ewen Cameron Watt, Senior Director des BII. „Allerdings ändert sich die Wahrnehmung angesichts der Tatsache, dass Regierungen und Unternehmen sich damit auseinandersetzen, wie sie Klimarisiken am besten entgegenwirken. Aus dem Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, der sich abzeichnet, und dem Tempo dieser Veränderung können sich Portfoliorisiken ergeben. Investoren, die das verstehen, können die Chancen, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben, nutzen.“

Investoren können Klimabewusstsein auf unterschiedliche Art und Weise in ihre Portfolios integrieren. Anleger, die Wertpapiere aktiv auswählen, sollten dem BII zufolge Umweltkennziffern systematisch in ihren Analyseprozess aufnehmen. Die entsprechenden Werkzeuge und Prozesse sollten beispielsweise den Einsatz fossiler Energie, Wasserverbrauch und die Kohlenstoffintensität umfassen. Klimafaktoren auf Portfolioebene insgesamt zu betrachten, sei ein weiterer wichtiger Schritt, um ein Gesamtbild zu erhalten. Haben Investoren erst einmal verstanden, inwieweit sie Klimarisiken ausgesetzt sind, können sie sich damit befassen, wie sie ihnen am besten begegnen. Viele wollen ihre Portfolios optimieren, indem sie Vermögenswerte neu gewichten und so Klimarisiken reduzieren. Sie gewichten kohlenstoffeffiziente Unternehmen über und kohlenstoffintensive Adressen unter.

Dem BII zufolge ergeben sich Chancen auf klimabezogenes Alpha, sprich Mehrerträge im Vergleich zum Markt. So stellt der Research-Bericht zum Beispiel einen Ansatz auf Basis eines Klima-Rankings vor, den das Scientific Active Equity Team bei BlackRock für klimaresistente Portfolios entwickelt. Die Analysen des Teams zeigen, dass US-Unternehmen, die im Klima-Ranking weiter oben rangieren, tendenziell profitabler sind und höhere Renditen erwirtschaften.

„Klimarisiken einzuschätzen ist nicht mehr nur Gegenstand von Diskussionen über das Wertverständnis von Investoren. Es ist vielmehr ein Analyseansatz mit dem Ziel, Wert für Kunden zu schaffen“, sagt Deborah Winshel, die bei BlackRock weltweit für den Bereich Impact Investing zuständig ist. Ein Bewusstsein für klimarelevante Entwicklungen sorgt dafür, dass Investoren besser informiert sind und besser mit Risiken umgehen können. Angesichts der regulatorischen und technologischen Veränderungen dürften Investoren, die entsprechende Themen erkennen, langfristig eher wettbewerbsfähige Wertentwicklungen erzielen.“

Quelle: AdvisorWorld.ch