Neues Invesco-Whitepaper: Globale Anlagemöglichkeiten in Zeiten der Entglobalisierung

Das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen und das britische Votum für den Austritt aus der Europäischen Union sind nur zwei der jüngsten Ereignisse, die auf ein Wiederaufleben des Nationalismus und damit der protektionistischen Politik hindeuten…..

Stephen Anness und Andy Hall


Ein neues Invesco-Whitepaper adressiert diese Entwicklung und ihre Folgen für weltweite Aktienanleger.

Das Fazit: Die jüngste Abkehr von der Globalisierung erfordert keineswegs auch eine Abkehr von globalen Aktienanlagen.

„Ob eine größere Isolation geopolitisch sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt. Ganz objektiv betrachtet meinen wir aber, dass eine relativ stärkere Desintegration der Märkte erfahrenen und umsichtigen Investoren neue und andere Anlagemöglichkeiten eröffnen wird“, schreiben die Autoren, Stephen Anness und Andy Hall, beide globale Aktienfondsmanager bei Invesco in Henley-on-Thames, Oxfordshire.

Anhand relevanter Forschungserkenntnisse, historischer Daten und ihrer eigenen Investmenterfahrung entwickeln sie unterschiedliche Szenarien und erläutern, warum sich ein „Contrarian-Investmentansatz“ auch in Zeiten stärkerer nationalistischer und protektionistischer Einflüsse weiter auszahlen sollte. Die beiden Investmentexperten rechnen zwar nicht mit einer Wiederholung der Zollkriege und ihrer katastrophalen Auswirkungen auf den globalen Handel, wie sie die Welt während der Großen Depression in den 1930er Jahren erlebt hat. Dass der Einfluss der Globalisierungsgegner in Europa, den USA und andernorts zunimmt, sehen sie aber durchaus. Vor diesem Hintergrund raten sie Anlegern zu einem aktiven, von Einfallsreichtum, Optimismus und Disziplin gekennzeichneten Investmentansatz, um kommende Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Anness und Hall halten eine teilweise Rücknahme der Globalisierung für wahrscheinlicher als eine ruckartige Entglobalisierung. Die Politik könnte politische Maßnahmen, die auf eine weitere Handelsliberalisierung abzielen, schleichend aufgeben und so dem Protektionismus Vorschub leisten. In einem solchen Umfeld müssten Investoren das Gesamtbild genau im Blick behalten und die Märkte sorgfältig analysieren, um potenzielle Gewinner und Verlierer zu identifizieren. Schließlich eröffnen Umbrüche und Verwerfungen an den Märkten immer auch neue Anlagemöglichkeiten. Politische Kurswechsel, Innovationen, neue Freiheiten und neue Spannungen führen allesamt zu Situationen, in denen einige Unternehmen in einigen Märkten besser abschneiden als andere. Der Anlageerfolg steht und fällt mit der Fähigkeit, die Unternehmen herauszupicken, die sich am besten an das neue Umfeld anpassen und nicht nur überleben, sondern florieren können.

„Unsicherheit führt zu Bewertungsanomalien. Wenn Anleger nicht genau wissen, wie sie etwas bepreisen sollen, kommen häufig unrealistische Bewertungen heraus“, erklärt Anness. Langfristig orientierte Contrarians – Anleger, die gegen den Konsens investieren – könnten derartige Bewertungsanomalien nutzen. Am Beispiel Mexiko erläutert er, wie die negativen Auswirkungen der Trump-Präsidentschaft diesen Anlegern attraktive Anlagechancen in einem fundamental soliden Markt mit zahlreichen gut geführten Unternehmen eröffnet hat.

„Das weltweite Aktienuniversum bietet immer noch eine enorme Vielfalt, zumindest wenn man es sorgfältig analysiert und durchforstet. In einem möglicherweise schwierigeren Marktumfeld sollte das allein die Anleger zuversichtlich stimmen“, sagt Hall. „Egal, wie es weitergeht, ob mit oder ohne Grenzen – potenziell attraktive Anlagen wird es immer geben. Man muss sie nur finden.“ Genau das könnte allerdings schwieriger werden. Für den Anlageerfolg in Zeiten der Entglobalisierung bräuchten Investoren daher vor allem Kreativität, Disziplin, Genauigkeit und Überzeugungskraft. Wer sich dagegen weiter nur auf ausgetretenen Pfaden bewege und konventionelle Ansätze verfolge, könnte Schwierigkeiten haben, seine Anlageziele zu erreichen, wenn die Märkte stärker auseinanderdriften.

Quelle:  AdvisorWorld