Raiffeisen Anlagepolitik : Aktien leicht untergewichtet

Trumps Programm gerät ins Stocken…..


Raiffeisen Anlagepolitik Mai 2017

Aktien


Eurozone auf Überholspur

Bisher konnte der neue US-Präsident seine Wahlversprechen nicht einlösen. Mit den Rückschlägen für Donald Trump im US-Kongress und vor amerikanischen Gerichten ist auch der Aufschwung an der Wall Street ins Stocken geraten. Derweil hellt sich die Stimmung in Europa auf und wir sehen weiteres Aufholpotential für Aktien aus der Eurozone.

Mit Pauken und Trompeten ist Donald Trump als 45. Präsident ins Weisse Haus eingezogen. Seine Versprechen hat er in einem Vertrag mit dem amerikanischen Wähler («Contract with the American Voter») festgehalten. Doch bereits jetzt ist klar, dass die ersten 100 Tage im Amt nicht nach Trumps Vorstellungen verlaufen sind.  

«Trump-Prämie» ist nun teilweise verflogen  

Die Konsequenzen an der Börse sind nicht ausgeblieben. So haben zum Beispiel Aktien von Unternehmen, die hohe Steuern zahlen, nach der Wahl von Trump stark zugelegt. Sie profitierten von Hoffnungen auf Steuererleichterungen. Spätestens nachdem die Republikaner sich nicht auf eine Reform im Gesundheitswesen einigen konnten, wurde klar, welche Herausforderung eine Steuerreform auch für die Regierung Trump darstellt. Seither bekunden amerikanische «Hochsteueraktien» erhebliche Mühe (siehe Grafik). Generell sind US-Unternehmen höher bewertet als Aktien anderer Ländern und Regionen. Ein hohes absolutes Bewertungsniveau scheint angesichts der in

vielen Fällen höheren Renditen, die US-Firmen auf ihrem eingesetzten Kapital erzielen, vielfach gerechtfertigt. Problematisch ist jedoch, dass US- Aktien auch relativ gesehen, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kapitalrenditen, mittlerweile recht teuer sind. Ein ähnliches Bild lässt sich aus dem sogenannten Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis herauslesen, das den Aktienkurs in ein Verhältnis zum durchschnittlichen Unternehmensgewinn der vergangenen zehn Jahre setzt. Das Shiller-KGV zeigt, dass der US-Aktienmarkt höher bewertet ist als andere Börsen (siehe Grafik). Wegen der teuren Bewertung reagiert die Wall Street empfindlich auf zusätzliche Enttäuschungen aus Washington. Dafür würde eine erfolgreiche Umsetzung der Steuerreform von den Investoren wohl positiv aufgenommen.

Aufhellung in der Eurozone

In der Eurozone haben sich Sorgen um die politische Entwicklung nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen gelegt – aus unserer Sicht dürfte sich der Zentrumspolitiker Emmanuel Macron in der Stichwahl am 7. Mai gegen die Rechtsaussen-Politikerin Marine Le Pen durchsetzen. Zuversichtlich stimmen uns auch die sich verbessernden Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Dies widerspiegelt sich bei den grösstenteils erfreulichen Unternehmensergebnissen. Im bisherigen Jahresverlauf sind die Gewinnrevisionen – das Verhältnis der Anzahl der positiven zu negativen Anpassungen der Analystenschätzungen – in der Eurozone sogar leicht gestiegen. Auch in dieser Hinsicht steht die Eurozone momentan besser da als die Vereinigten Staaten.

Quelle: AdvisorWorld.ch