Raiffeisen Anlagepolitik : Aktien leicht untergewichtet

Spannung in Frankreich, Dividendensegen in der Schweiz…..


Raiffeisen Anlagepolitik April 2017

Aktien


Die Wahlen in Frankreich sind für ganz Europa ein prägendes Ereignis. Nach den Überraschungen der Brexit-Abstimmung und der US-Präsidentschaftswahl rüsten sich viele Investoren nun für das Unerwartete. Ein Sieg Marine Le Pens scheint uns allerdings unwahrscheinlich, was vor allem eher risikoreichen Aktien zu gute kommen würde.

2016 war vom Brexit und der Wahl von Donald Trump geprägt. 2017 sind die Wahlen in Europa in den Vordergrund gerückt, die einiges an Unsicherheit mit sich bringen. Allerdings gibt es Lichtblicke am Horizont. Zum einen konnte der rechtspopulistische Geert Wilders bei den holländischen Wahlen nicht überzeugen und zum anderen konnte sich Emmanuel Macron in der ersten TV-Debatte in Frankreich gut behaupten. Obwohl die Börsen positiv reagierten, ist aber immer noch eine gewisse Zurückhaltung spürbar. Dies schlägt sich vor allem in der immer noch günstigen Bewertung von Banken der Eurozone nieder, die generell als risikoreich gelten (siehe Grafik). Eher defensive Sektoren wie Nahrungsmittelunternehmen bleiben hingegen gesucht und sind entsprechend teuer.  

Risikoreiche Themen mit Aufholpotential  

Eurozone-Banken haben aus unserer Sicht momentan Luft nach oben. Dies gilt vor allem, wenn das Wahlergebnis in Frankreich positiv ausfällt und die Konjunktur wie erhofft anzieht. Ein robustes Wirtschaftswachstum würde auf Unternehmensseite das Eigenkapital und die Profitabilität (gemessen an der Kapitalrendite ROE) weiter steigern. Gleichzeitig hätten die Banken wieder mehr Raum zur Kreditvergabe. Dazu kommt, dass die jüngsten Gewinnzahlen der Banken die Erwartungen übertroffen haben und auch die Gewinnrevisionen der Analysten (das Verhältnis von positiven zu negativen Anpassungen der Gewinnprognosen) positiv ausgefallen sind. Natürlich bleiben Risiken bestehen. Neben der Möglichkeit eines allgemeinen Wirtschaftsabschwungs gilt es, beispielsweise die Entwicklung in Italien – allen voran mögliche Neuwahlen – zu beobachten.

Attraktive Dividendenrendite Schweizer Aktien

Erwartete Kursgewinne sind das eine, Dividendenrenditen das andere. Letztere betragen bei den Banken der Eurozone im Durchschnitt etwa 3.7 Prozent. In der Schweiz klingeln die Kassen der Aktionäre vor allem im Frühling, dies im Gegensatz zu einer quartalsweisen Auszahlung beispielsweise von US-Firmen. Die Dividenden schweizerischer Unternehmen scheinen im historischen Vergleich (siehe Grafik 2) und auch gegenüber den Erträgen anderer Anlageklassen wie Schweizer Obligationen weiterhin attraktiv. Dabei hat der Schweizer Aktienmarkt den Vorteil, dass eine Vielzahl der Unternehmen die Dividendenzahlungen kaum je aussetzt. Dies bringt für Anleger willkommene Stabilität und Berechenbarkeit, unabhängig von kurzfristigen politischen Ereignissen. Allerdings bietet der Schweizer Aktienmarkt infolge der eher defensiven Eigenschaften begrenztes Aufholpotentia

05 04 17 RafAzi

Quelle: AdvisorWorld.ch