Raiffeisen Anlagepolitik : Robuster Konjunkturausblick trotz Nordkoreakrise

Der Nordkoreakrise zum Trotz präsentiert sich das globale Konjunkturumfeld robust, so dass wir unsere Aktienquote beibehalten und für Japan sogar leicht erhöhen. Gold dürfte nach dem starken Kursanstieg wieder etwas korrigieren, und für indirekte Immobilienanlagen positionieren wir uns etwas vorsichtiger……


Raiffeisen Anlagepolitik September 2017 Kommentar


Nach der jüngsten, weitgehend positiv überraschenden Berichtssaison ist an den Aktienmärkten etwas Gegenwind aufgekommen. Der Grund dafür liegt vor allem in der Nordkoreakrise, bei der die kurze Deeskalationsphase mit einem erneuten Raketentest abrupt beendet wurde. Damit sorgte Kim Jong Un für Fluchttendenzen aus risikoreichen Anlagen. Zudem sind die Zinsen weiter gesunken und die Erwartungen an Notenbankmassnahmen bleiben gedämpft. In diesem Umfeld hat der US-Dollar an Wert verloren und dagegen der Euro auf breiter Front zugelegt. Das hat dazu geführt, dass ein durch zyklische Titel dominierter Index wie der deutsche DAX grössere Schwankungen verzeichnete als der Schweizer Leitindex mit seinen defensiven Schwergewichten (siehe Grafik). 

Auch wenn eine militärische Eskalation zurzeit eher unwahrscheinlich ist, dürfte die Nordkoreakrise ein potentieller Belastungsfaktor für die Märkte bleiben und den Risikoappetit tendenziell zügeln. Dass von dieser Zurückhaltung die Krisenanlage Gold noch nachhaltig weiter profitieren mag, erwarten wir nach der jüngsten Rally aber nicht. Stattdessen raten wir zur Gewinnmitnahme und reduzieren unsere taktische Quote auf leichtes Untergewichten. Das gelbe Metall bleibt jedoch ein  wichtiger Portfoliobestandteil, und der von uns erwartete Preisrückgang auf deutlich unter USD 1‘300 pro Feinunze kann wieder für einen Ausbau der Goldquote genutzt werden. 

Japanische Aktien gut unterstützt  Abgesehen von der Nordkorea-Krise bleiben die Märkte nach unten gut abgesichert. In der Eurozone bleibt eine neutrale Aktienquote trotz der Erstarkung der Gemeinschaftswährung weiter angezeigt. Die stabile und breit abgestützte Erholung überkompensiert nachteilige Währungseffekte und rechtfertigt nach wie vor die Bevorzugung gegenüber US-Aktien. Gegenüber letzteren ziehen wir auch weiterhin Schweizer Aktien vor, da die hiesigen Titel zwar ebenfalls teuer bewertet sind, aber durch die wirtschaftliche Aufhellung gut gestützt sein dürften. Eine Aufhellung die sich zuletzt deutlich in Japan gezeigt hat, wo die Wirtschaft im zweiten Quartal stark zulegen konnte. Da zudem die BoJ unvermindert an ihrem ultraexpansiven Kurs festhält, dürften japanische Aktien gut unterstützt bleiben. 

Ebenfalls bildet die globale Konjunkturaufhellung weiterhin ein robustes Umfeld für die aufstrebenden Märkte, so dass eine taktische Quote auch für Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen angezeigt bleibt. Eine neutrale Quote empfehlen wir neu für Schweizer Immobilienanlagen, wo wir u.a. angesichts der abnehmenden Zuwanderung die Quote leicht reduzieren. Das Renditepotential bleibt aber gerade im Vergleich zu Staatsanleihen relativ attraktiv. Hingegen bietet das Niedrigzinsumfeld weiterhin Unterstützung für defensive Sektoren, wie etwa die Telekombranche, was uns neu für entsprechende Aktien positiv stimmt.

05 09 17 KOM RAF

Quelle: AdvisorWorld.ch