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Raiffeisen : Notenbanken geben weiterhin den Ton an

Die Aktienmärkte bleiben trotz mässigen Konjunkturdaten relativ beruhigt – zumindest solange die Fed still hält. Wir gehen aber nicht davon aus, dass der SMI kurzfristig deutlich nach oben ausbrechen kann – dafür baut die jüngste Erholung zu einseitig auf die Geldpolitik, während die Perspektive für die Unternehmensgewinne gedämpft bleibt. Gold und Immobilien favorisieren wir weiterhin…..

 

Raiffeisen Anlagepolitik-  September 2016 – Marktkommentar


“Weder Bulle noch Bär” und “Ausbruch oder Einbruch?” waren die Titel der Anlagepolitik im Februar und im August dieses Jahres. Im Februar ist der Swiss Market Index (SMI) in den sehr breiten Seitwärtskanal zwischen 7’400 und 8’300 Punkten eingetreten. An der oberen Grenze dieser Handelsspanne befinden wir uns heute zum wiederholten Mal. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die jüngste Erholung nicht der Beginn eines Bullenmarktes ist und entsprechend kein nachhaltiger Ausbruch der Aktienindizes nach oben bevorsteht. Hierfür bleiben die Fundamentaldaten zu schwach und die jüngste Marktbewegung zu stark geprägt von expansiver Notenbankpolitik. Die US-Konjunkturdaten mit einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht im August und auch einem Einkaufsmanager-Index, der wieder unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gerutscht ist, zeigen an, dass der US-Konjunkturzyklus weit fortgeschritten ist. Für die Perspektiven der Unternehmensgewinne lässt das keine rasche Verbesserung vermuten. Mit tiefen Gewinnen bleiben die Aktienmarktbewertungen teuer, was taktisch gegen eine Erhöhung der Risiken spricht.

Uneinheitliche Erholung am Schweizer Markt Im Schweizer Aktienmarkt ist die insgesamt positive Entwicklung seit Jahresmitte sehr ungleich verteilt. Die Bankaktien haben dem Gesamtmarkt in den vergangenen Monaten Schwung verliehen.

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Der britische Finanzplatz ist nach dem Brexit-Votum nicht ins Strudeln geraten und die Bankergebnisse im Q2 waren weit weniger enttäuschend als noch im Vorquartal. Nach der Erleichterungsrally dürfte aber das weitere Potential kurzfristig limitiert bleiben. Ermutigend ist dagegen die Entwicklung bei den Industriegütern, die sicherlich auch von einer Stabilisierung der Schwellenländerkonjunktur profitieren, wie es die Vorlaufindikatoren suggerieren. Ohne Impuls vom Pharmasektor fällt es dem SMI aber schwer, nach oben auszubrechen. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit der Wahl von Hillary Clinton zur US-Präsidentin dürfte während dem Wahlkampf bedeutende Kursavancen bei Pharma-Titeln verhindern. Und auch günstige Nachahmerprodukte trüben die Wachstumsperspektiven des Sektors. Dennoch dürfte der Sektor-Index im schwierigen Marktumfeld dank der hohen Konjunkturresistenz und den attraktiven Dividenden den Kursrückgang stoppen können.

Zinsen tief und stabil erwartet

Die Kurse für Obligationen sollten durch expansive Notenbanken weiterhin gut unterstützt bleiben. In einem insgesamt wenig attraktiven Obligationenmarkt bleibt der Zinsvorteil von Unternehmensanleihen unseres Erachtens weiterhin die beste Option. Einen weiteren Renditerückgang erwarten wir allerdings nicht. An den Terminmärkten hat sich die Erwartung für den SNBZinssatz normalisiert, nachdem die Futures im Sommer noch eine weitere Zinssenkung der SNB auf -1.0% eingepreist hatten (siehe Grafik). Da auch die Europäische Zentralbank im September nicht nachgelegt hat und der Euro sich gegenüber dem Franken stabil entwickelt, besteht für die Nationalbank keinerlei Handlungsbedarf.

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Immobilien und Gold übergewichtet halten Für die leicht reduzierte Aktienquote empfehlen wir weiterhin eine defensive Ausrichtung. Positiv bleiben wir für Immobilienanlagen, die trotz hoher Agios vom Ausblick auf tiefe Zinsen profitieren sollten. Und auch das Übergewicht in Gold halten wir bei, das bei limitierter Aufwertung des Dollars gut unterstützt sein dürfte.

Quelle: AdvisorWorld.ch