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REYL & Cie: Fünf positive Bemerkungen zur COP26

REYL & Cie : Die UN-Klimakonferenz in Glasgow 2021 – COP 26 – ist mit einer gemischten Bilanz zu Ende gegangen: Das Ziel, die globale Erwärmung auf +1,5 Grad zu reduzieren, scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

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Von Nicolas Pelletier, Investment Manager, SRI & Impact Investing, REYL & Cie


 Das Ergebnis von +1,8 Grad wird zu einem realistischeren Ziel, wenn alle Länder ihre Verpflichtungen zur CO2-Neutralität einhalten.

Nebst Enttäuschungen sind fünf positive Punkte mit einigen bemerkenswerten Fortschritten zu verzeichnen:

1. Kohle verringern: Zum ersten Mal greift ein COP-Text Kohle an – die umweltschädlichste fossile Energie. Man geht damit weiter als es die G-20 zuvor getan hatten. Das ist ein starkes Signal, das jedoch durch eine peinliche Wendung getrübt wurde: In letzter Minute wollte Indien mit Unterstützung von China den Inhalt des Absatzes abschwächen. Es geht also nicht mehr um den „schrittweisen Ausstieg aus der Kohle“, sondern um die „schrittweise Verringerung“ ihrer Nutzung.

2. USA und China kooperieren: Die unerwartete gemeinsame Anerkennung der Dringlichkeit des Handelns durch die USA und China, die beiden grössten Emittenten des Planeten. Es sind keine grossen konkreten Massnahmen, aber gute Nachrichten: Die beiden Länder sprechen zumindest über das Klima inmitten einer breiteren diplomatischen Sackgasse.

3. Subventionierung beenden: COP 26 forderte ein Ende der Subventionen für fossile Brennstoffe. Die G-20-Staaten haben bis 2020 rund 600 Milliarden US-Dollar für die Subventionierung fossiler Brennstoffe ausgegeben, was der US-Klimagesandte John Kerry als „Wahnsinn“ bezeichnete.

4. Methan reduzieren: Mehr als 100 Länder haben zugestimmt, Methan zu reduzieren. Es gibt zum ersten Mal einen Hinweis auf Methan im Global Compact. Diese Entscheidung ist nicht bindend, aber sie ist ein starkes Signal, dass es an der Zeit ist, sich mit Emissionen zu befassen, die viel stärker sind als CO2. Russland und China haben den Pakt nicht unterzeichnet.

5. CO2-Kompensation: Nach mehreren gescheiterten COPs wurde ein Kompromiss über CO2-Kompensationsmärkte gefunden, der seit 2015 nicht mehr bestätigt worden war. Die neuen Regeln für den internationalen Kohlenstoffhandel bringen Klarheit für Unternehmen und eine Standardisierung, die zur Senkung der Emissionen beitragen soll. Dies obwohl einige Aktivisten befürchten, dass sie nicht streng genug sind.

Ein enttäuschender Punkt ist das gebrochene Versprechen an die Entwicklungsländer: 2009 hatten die Industrieländer den Entwicklungsländern 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr versprochen. Dies um ihnen zu helfen, ihre Emissionen zu senken und sich an den Klimawandel anzupassen. Dieser Betrag wird jedoch voraussichtlich nicht vor 2023 erreicht werden.

Quelle: AdvisorWorld.ch