Heller Thomas Schwyzer Kantonalbank

Schwyzer Kantonalbank : Ursache und Wirkung

Schwyzer Kantonalbank : Die Aktienmärkte haben sich von der Corona-bedingten Korrektur unerwartet rasch erholt

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Thomas Heller CIO der Schwyzer Kantonalbank


Viele Indizes liegen nur noch wenige Prozentpunkte unter dem Stand von Anfang Jahr, der technologielastige Nasdaq notiert sogar deutlich darüber. Zuversichtliche Anleger denken, die Erholung könnte weitergehen. Sie argumentieren unter anderem damit, dass das Schlimmste an der Konjunkturfront hinter uns liegen dürfte und verweisen auf die Lockerungen des Lockdown.

Die tiefen Zinsen relativieren zudem die hohen Bewertungen. Und es gibt Sektoren, die von der Krise weniger betroffen sind oder sogar profitieren. Etwa Teile des Technologiesektors und der Pharmabranche, welche gerade im Leitmarkt USA stark vertreten sind.

Kritische Beobachter monieren, dass aktuell einseitig diese positiven Faktoren eingepreist sind und Risiken ausgeblendet werden. Zum Beispiel die Gewinnrückgänge und Kurse nahe der Höchststände, was die Bewertungen in die Höhe getrieben hat.

Sie verweisen auf die weltweit noch immer ansteigenden Coronafälle und die Gefahr, dass eine zweite Ansteckungs- welle (oder eine Verschärfung der ersten, wie in den USA) neuerliche Einschränkungen (zumindest regional) nötig machen könnte. Dies würde die wirtschaftliche Erholung belasten und den Aktienmärkten zusetzen.

Dass die schlechte Realwirtschaft auf die Aktienkurse drückt, ist derzeit eine der gängigsten Argumentationsstränge der warnenden Stimmen. Noch wenig Beachtung findet die umgekehrte Kausalkette.  Eine Börsenkorrektur kann nicht nur Folge, sondern durchaus auch Auslöser eines Abschwungs sein.

Wie beispielsweise im Jahr 2000, als das Platzen der Dotcom-Blase wesentlich zur nachfolgenden Rezession beigetragen hatte. Genau davor warnt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem jüngsten Bericht zur globalen Finanzstabilität. Angesichts der Entkoppelung der Finanzmärkte von der realen Wirtschaft sind die Märkte gemäss IWF anfällig, sollte der Risikoappetit der Anleger abnehmen. Dies wiederum stelle eine Bedrohung für die wirtschaftliche Erholung dar.

Ursache und Wirkung zwischen Finanzmarkt und Realwirtschaft laufen in beide Richtungen. Wir brauchen somit stabile Märkte, um den konjunkturellen Aufschwung nicht zu gefährden. Wir brauchen aber auch den Aufschwung, damit die Börsenhausse nicht ins Wanken gerät. Sonst droht ein Teufelskreis.

Immerhin – darauf setzen die Optimisten ebenfalls – dürften in einem solchen Szenario Notenbanken und Regierungen mit weiteren Stützungsmassnahmen aufwarten. Ob die Mittel immer reichen werden, um den Schaden abzuwenden? Es liegen wegweisende Monate vor uns.

Quelle: AdvisorWorld.ch