State Street Studie: branchenweite Verlagerung des Anlegerverhaltens durch Berücksichtigung von ESG-Faktoren

State Street Center for Applied Research stellt branchenweite Verlagerung im Anlegerverhalten fest, da Anleger durch Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmungsführungskriterien nachhaltig profitieren können…

 

Lou Maiuri, Executive Vice President und Leiter von State Street Global Exchange und State Street Global Markets


Eine weltweite Umfrage unter institutionellen Investoren und Kleinanlegern, die von State Street Corporation gefördert wurde, ergab, dass traditionelle Barrieren für Anlagen, die auf den Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Englisch: Environment, Social and Governance (ESG)) beruhen, abnehmen. Allerdings bleibt eine weitere Barriere bestehen: Das Fehlen transparenter, standardisierter und qualitativ hochwertiger Daten.

Aufgrund der von State Street‘s Center for Applied Research (CAR) und Professor Robert Eccles, Gastprofessor an der Said Business School der Oxford University, ermittelten Ergebnisse, werden ESG-Lösungen im gesamten Unternehmen erweitert werden. Unter anderem werden demnächst auf Basis datengetriebener Erkenntnisse eine Palette analytischer Instrumente und eine verbesserte Vermögensverwahrung zur Verfügung stehen. Diese Kompetenzen werden die bereits bestehenden ESG-Anlagestrategien, inklusive positivem und negativem Screening sowie Multi-Asset-Strategien, die State Street Global Advisors (SSGA) seit über 30 Jahren anbietet, ergänzen. Darüber hinaus arbeitet SSGA mit grossen institutionellen Investoren zusammen, um ESG-Kriterien in deren aktive Anlagestrategien zu integrieren. Über das Stewardship-Programm befindet sich SSGA des Weiteren im engen Dialog mit Unternehmen, um langfristige und nachhaltige Renditen zu fördern.

Die Studie mit dem Titel „The Investing Enlightenment: How Principle and Pragmatism Can Create Sustainable Value through ESG“ (Deutsch: „Einblicke in die Anlagepraxis: Wie mit Hilfe von Richtlinien und Pragmatismus nachhaltiger Wert durch ESG generiert werden kann“), zeigt, dass über 90 Prozent der weltweit befragten institutionellen Investoren fordern, dass Unternehmen die ESG-Faktoren, welche die Wertentwicklung massgeblich beeinflussen, eindeutig identifizieren sollten. Jedoch betrachten 60 Prozent der Befragten die fehlenden Branchenstandards zur Messung der ESG-Performance als ein erhebliches Hindernis, um dies auch entsprechen umzusetzen. Bei institutionellen Investoren in der EMEA-Region fielen die entsprechenden Umfragewerte nahezu identisch aus.

Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass sich sowohl knapp die Hälfte der weltweit, als auch der in EMEA befragten Kleinanleger wünscht, dass mehr Unternehmen Daten hinsichtlich ihrer Leistungen im Bereich ESG veröffentlichen. Darüber hinaus gaben die Befragten an, mehr ESG-Daten aus anderen Quellen zu benötigen, um fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können.

„Es hat ein neues Anlagezeitalter begonnen, das dadurch geprägt ist, dass die Kapitalmärkte genutzt werden, um eine bessere Gesellschaft zu schaffen“, so Lou Maiuri, Executive Vice President und Leiter von State Street Global Exchange und State Street Global Markets. „Dieser neue Anlageansatz nach ESG-Kriterien basiert auf Datentransparenz und Engagement. Um für Anleger im heutigen Marktumfeld einen langfristigen Wert zu erzielen, ist es mittlerweile genauso wichtig, eine Verwahrstelle für Daten wie eine für finanzielle Vermögenswerte zu haben.“

„Langfristig können Umwelt-, Sozial- und Unternehmungsführungskriterien einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie Unternehmen Rendite erwirtschaften können“, sagte Ron O’Hanley, President und Chief Executive Officer bei State Street Global Advisors. „Investoren, insbesondere die mit einer treuhänderischen Aufgabe, müssen berücksichtigen, wie sich die Welt heute, morgen und in den kommenden Jahren entwickeln wird. Wir bei State Street Global Advisors haben uns zum Ziel gesetzt, im Namen unserer Kunden verantwortungsvoll zu investieren und langfristig Nachhaltigkeit, ökonomischen Wohlstand sowie sozialen Fortschritt zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist für uns ein klarer Fokus auf das Thema ESG von grosser Bedeutung.“

Auch wenn Datenverfügbarkeit und fehlende Transparenz nach wie vor Barrieren für eine Anlage nach ESG-Kriterien darstellen, hat die Untersuchung des CAR ergeben, dass viele der traditionellen Hürden für die Berücksichtigung von ESG-Kriterien kleiner werden:  

– Rund ein Drittel der weltweit, als auch der in EMEA befragten institutionellen Investoren glaubt, dass das Investieren nach ESG-Kriterien den Anlageerfolg schmälert, während diese Einschätzung nur ein Viertel der Kleinanleger teilt.

– Mehr als 40 Prozent der weltweit sowie in EMEA befragten Vermögenseigentümer und Vermögensverwalter stimmen zu, dass sich das Konzept der Treuhandpflicht dahingehend verlagert, dass die Integration von ESG-Kriterien zunehmend verlangt wird. Nur rund ein Zehntel der Befragten empfinden ihre Treuhandpflicht hingegen als Hindernis für die Berücksichtigung von ESG-Kriterien.

– Nahezu drei Viertel aller weltweit befragten Investoren halten drei Jahre für einen realistischen Zeitraum, nachdem sich Anlagen unter Berücksichtigung von ESG-Kriterien überdurchschnittlich entwickeln. Diese Ansicht teilten auch die in EMEA befragten Investoren.

Um Anleger dabei zu unterstützen, die Integration von ESG-Faktoren umzusetzen, bietet State Street eine Mischung von verschiedenen Lösungen an, wie zum Beispiel eine Berichterstattung über mögliche Risiken in Verbindung mit ESG. Basierend auf den Untersuchungsergebnissen hat State Street ein Modell entwickelt, das Anlegern helfen soll, die Anlage nach ESG-Kriterien erfolgreich in ihre Anlagestrategien zu integrieren. Dieses Modell fusst auf fünf Handlungsempfehlungen:

Nehmen Sie Anlageentscheidungen selbst in die Hand

Als institutionelle Anleger sollten Sie sicherstellen, dass ihre Unternehmensführung und die entsprechende Aufsichtsorgane ESG-Themen unterstützen. Privatanleger sollten sich darauf konzentrieren, ihre Portfolioentscheidungen entsprechend ihrer eigenen Überzeugungen auszurichten.

Erweitern Sie Ihr Wissen

Bieten Sie als institutioneller Anleger Weiterbildungen zum Thema ESG in der gesamten Organisation an, insbesondere für Sektorportfoliomanager, Anlageberater und Analysten.

Fordern Sie benötigte Daten und Lösungen aktiv ein

Sie sollten nicht nur ESG-bezogene Daten von den Unternehmen einfordern, in die Sie investieren möchten. Vielmehr ist es wichtig, auch die Bemühungen der Investmentbranche nach zunehmender Standardisierung von ESG-Daten sowie Anforderungen an die Berichterstattung zu unterstützen. Darüber hinaus sollten Sie einen entsprechenden Dialog zwischen Anlageberatern und individuellen Anlegern rund um das Thema ESG ermöglichen.

Bauen Sie einen „Wesentlichkeitsfilter“ ein

Es gibt einer Vielzahl von Faktoren die bei Anlageentscheidungen nach ESG-Kriterien berücksichtigt werden sollten. Definieren Sie daher die wirklich wesentlichen Faktoren, auf denen Ihre Anlageentscheidungen beruhen sollten.

Stimmen Sie die Zeithorizonte Ihrer Anlagen aufeinander ab

Passen Sie Leistungs-Messgrössen und Anreizstruktur so an, dass die langfristigere Natur der Anlage nach ESG-Kriterien berücksichtigt wird.

„Das Bewusstsein der Anleger hinsichtlich ESG hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Es müssen jedoch noch mehr Anleger dazu bewegt werden, dieses Bewusstsein auch in eine vollständige Integration von ESG-Kriterien in den Anlageprozess umzusetzen“, fügte Maiuri hinzu. „Wir hoffen, dass diese Studie zu einer stärkeren Berücksichtigung und eines besseren Verständnisses von ESG-Kriterien beiträgt.“


1 Die Untersuchung basiert auf einer globalen Umfrage unter 582 institutionellen Investoren, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) in ihrem Anlageprozess berücksichtigen oder dies in Zukunft planen sowie unter 750 individuellen ESG- und Nicht-ESG-Anlegern. Für die institutionelle Umfrage in der EMEA-Region wurden 194 institutionelle Investoren befragt; in die Umfrage unter den Kleinanlegern flossen die Aussagen von 254 individuellen Anlegern in der EMEA-Region ein. 

Quelle: AdvisorWorld.ch