Swiss Partners : Übertriebene Reaktionen bieten Anlagechancen

Brexit-Ja in Grossbritannien, Terror in Nizza, Putschversuch in der Türkei und Zuspitzung der italienischen Bankenkrise. Diese einschneidenden Ereignisse prägten den Juli und sorgen auch über die Sommerferien für Diskussionen und Unsicherheit.

Peter Ahluwalia, Chief Investment Officer  Swiss Partners


Einige Marktreaktionen waren jedoch übertrieben. So sehen wir Chancen in europäischen Blue-Chips. Der Bewertungsabschlag gegenüber US-Aktien ist zu gross, als dass er noch lange aufrechterhalten werden könnte. 

Im Juli überschlugen sich die Ereignisse. Brexit, Nizza, Türkei und die italienischen Banken hielten die Anleger in Atem und werden uns auch über die Sommerferien noch beschäftigen. Dabei dürfte es immer wieder zu Fehleinschätzungen und übertriebenen Marktreaktionen kommen, die es zu nutzen gilt. Vor allem der Brexit wird nicht so heiss gegessen, wie er (hoch)gekocht worden war. Das Pfund korrigierte recht stark, der Euro unserer Meinung noch zu wenig. In dieser Situation erscheint der Franken als sicherer Hafen.  

Auch die Flucht aus europäischen Aktien erscheint uns übertrieben. Seit 22 Monaten verbuchen europäische Aktienfonds Netto-Abflüsse. Jedermann scheint unter den EU-Mitgliedern auf den nächsten Dominostein zu warten, der zu Fall kommt. Dies wird jedoch unserer Meinung nach nicht passieren. Wir setzen auf europäische Blue-Chips. Der Bewertungsabschlag gegenüber US-Aktien ist zu gross, als dass er noch lange aufrechterhalten werden könnte. 

US-Aktien sind aber nicht überbewertet. Die US-Wirtschaft wird voraussichtlich im Stop-and-Go-Modus verharren, und wir erwarten, dass die US-Aktien weiterhin zufriedenstellend performen. Die aufkommende Gewinnberichtssaison hat die Latte so tief gesetzt, dass es den Unternehmen möglich sein sollte, die tiefen Erwartungen zu übertreffen. Im Grunde genommen kaufen wir heute grossartige Assets zu Ausverkaufspreisen. 

Anleihen machen uns Sorgen. Momentan sind bereits Anleihen im Wert von 17,5 Billionen Dollar im negativen Renditebereich. Im Frankensegment sind jetzt sogar 50-jährige Obligationen unter Null getaucht. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden die Renditen steigen, was die Kurse nach unten treibt und viele Anleger schmerzen wird. Wir halten unsere Laufzeiten kurz und unsere Positionen sehr diversifiziert, um unsere Kunden vor möglichen Kursverlusten zu schützen. Alternative Anlagen erwiesen sich in den vergangenen Turbulenzen als gute Portfoliostabilisatoren. Sie sollten nicht ausser Acht gelassen werden.

Quelle:  AdvisorWorld.ch