SYZ: Wie man das „multi“ in assets findet – die richtige diversifikation zu unterschiedlichen zeiten „gespräch mit unserem experten“

Geben sie nichts auf eine benchmark….

 

Focus März 2017

Hartwig Kos Multi-Asset Strategist


…..Neben dem strukturierten und stabilen Investmentprozess sieht der Portfoliomanager des 1999 aufgelegten und derzeit rund EUR 210 Millionen schweren OYSTER MultiAsset Diversified Fonds in der Flexibilität die größte Stärke seiner Strategie. „Wir hatten letztes Jahr zeitweise eine Asset-Allokation von 55% in Aktien, dann sind wir auf bis zu 18% heruntergegangen. Wir verwenden das gesamte Spektrum der Möglichkeiten,“ sagt Kos. Über 10,6% schaffte der Fonds 2016 in Euro. Zwei Faktoren spielten laut Kos für die gute Performance eine große Rolle: „Wir haben den Brexit richtig getroffen, weil wir vor dem Referendum defensiv und danach eher aggressiv positioniert waren. Der zweite Faktor: Schon im Sommer letzten Jahres haben wir unsere Präferenz für Anleihen deutlich reduziert.“ Kos sucht nicht nur in seinem gesamten Anlagenuniversum stets nach dem „Multi“, sondern auch innerhalb einer Assetklasse nach den vielfältigen Chancen. Um die Ecke denken und kreativ sein, ist wichtig, betont der Fondsmanager. Ohne eine Benchmark investieren zu können, sei ein großer Vorteil.“

Nicht der menge folgen, sondern kreativ sein

Bei Anleihen lässt sich dies mit einem Investment in eine auf US-Dollar lautende türkische Staatsanleihe veranschaulichen. Kos baute diese Position nach der US-Wahl im November 2016 auf. Selbst als die

Währungskrise um die türkische Lira zum Jahresende einsetzte, hielt sich die zehnjährige Rendite stabil knapp unter sechs Prozent. „Mittlerweile besitzen wir eine erhebliche Position im Portfolio. In einem Umfeld, in dem Staatsanleihen unter Druck stehen und die Zinsen niedrig sind, bleibt die Rendite dieser Anleihe bei 5,5%.“ Bei Lokalanleihen investiert Kos weiterhin in Mexiko. „Schon vor der US-Wahl besaßen wir dort eine Position, die wir dann weiter ausbauten,“ erklärt er und fügt hinzu, dass der dortige Markt attraktiv bewertet sei. Der Fonds investiert zudem in polnische Lokalanleihen: „Die Realzinsen sind hier sehr hoch, und der Zloty ist gegenüber dem Euro schwach. Das halten wir für eine sehr interessante Position.“ Bei Anleihen aus Industrieländern ist Kos in eine portugiesische Dollar-Anleihe investiert. Im Dezember lag die Allokation im Fonds bei 9,2% – mittlerweile wurde sie aufgrund der Zuflüsse leicht reduziert. Auch hier liegen die Zinssätze bei etwa 5,6%, vergleichbar mit der Türkei-Anleihe. „Und bei Portugal steht die EZB dahinter“, ergänzt Kos. Das Risiko einer Herabstufung habe sich reduziert und die Wirtschaft sei stabil.

In einem globalen anlageuniversum lassen sich irgendwo immer wertpotenziale finden

Bei Aktien beläuft sich die Allokation des OYSTER Multi-Asset Diversified Fonds auf etwa 28% – ein paar Prozentpunkte weniger als im Dezember. Das größte Engagement entfällt auf die USA und Europa, während Aktien aus Schwellenländern rund fünf Prozent ausmachen. „Wir mögen zwar EU-Aktien, sind aber vorsichtig in Bezug auf die politischen Risikofaktoren, die wir beispielsweise in Frankreich sehen,“ führt Kos aus. Langfristig sieht der Fondsmanager dort aber Einkaufsmöglichkeiten: „Wenn die französische Wahl besser ausgeht als erwartet, dann zahlt sich diese Risikoprämie aus und man kann eine starke Performance erwarten.“ In den USA rechnet Kos wiederum mit einem klaren Trend zu zyklischen Aktien. „Dies liegt zum Teil daran, dass die von Donald Trump angekündigten Infrastrukturinvestitionen und Steuersenkungen zu einer Art von Rally geführt haben, von der Fonds mit Investitionen in Bereichen wie z. B. Banken und USAutomobilherstellern profitieren können. Doch auch ohne Donald Trump besteht eine Bewegung weg von defensiven Positionen wie z. B. dem Gesundheitssektor – die nach der globalen Finanzkrise stark gefragt waren – hin zu zyklischen Papieren. Diese Rotation wird sich fortsetzen.“

Der Ausblick von Kos für 2017 ist vorsichtig. Zwar habe man auch in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres eine positive Performance erzielen können, aber es gebe klare Risiken. „Die Fed wird restriktiver in ihrer geldpolitischen Präferenz. Das bedeutet für Anleihenmärkte sehr viel mehr Volatilität.“ Dennoch macht sich der Fondsmanager keine Sorgen, dass ihm die Anlageideen ausgehen könnten. In einem Universum mit 23 Ländern, in dem jede Anlageklasse sorgfältig auf den Prüfstand gestellt wird, besteht reichlich Spielraum für Kreativität. „Wir sind immer dazu bereit, uns andere und neue Möglichkeiten anzuschauen. Für ein Quäntchen mehr Wertschöpfung legen wir uns gerne ins Zeug.“

Quelle:  AdvisorWorld.ch