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UBP Ausblick 2021: Schöne neue Welt

UBP: Das Jahr 2020 brachte viele ungewöhnliche Ereignisse mit sich, und die Anleger mussten sich in einem ungewissen und volatilen Umfeld zurechtfinden.

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Die vorsichtige Haltung, die wir im Januar und Februar eingenommen hatten, schützte die Portfolios gegen den kürzesten und heftigsten Ausverkauf in der Geschichte der Aktienmärkte.

An der Schwelle zu 2021 bieten die bislang als «risikoarm» geltenden Staatsanleihen nicht mehr die gleiche Sicherheit wie in früheren Rezessionen, weshalb Investoren einen dynamischen Risikomanagement-Ansatz wählen sollten, der eine Reihe von Faktoren einbezieht. Die Märkte weisen derzeit nicht mehr die gleichen Renditechancen auf, und traditionelle Strategien greifen bei der Portfoliokonstruktion zu kurz. Anleger kommen nicht umhin, diese Umstand mitzuberücksichtigen. Zusammen mit der wachsenden Bedeutung der Klimabewegung und der Entstehung einer neuen digitalen Landschaft erwarten wir, dass sich langfristige Megatrends verstärken werden, wenn im kommenden Jahr eine Erholung einsetzt.

Makroökonomischer Ausblick

2021 dürfte sich das weltweite Wachstum mit China, den USA und Deutschland als Hauptmotoren erholen. Geldpolitische und fiskalische Maßnahmen unterstützen einen nachhaltigen Aufschwung, der sich je nach Land unterschiedlich gestalten wird. Der fiskalpolitische Aktivismus wird wohl dominieren, während das Wirtschaftswachstum von der Eindämmung der Pandemie und der Bereitstellung eines Impfstoffs abhängen wird. Die Konjunkturprogramme der Regierungen schaffen die Voraussetzungen für ein neues Kapitel in der Entwicklung der Weltwirtschaft nach der Coronakrise und beschleunigen den Wandel, der bereits zuvor begonnen hatte.

In China werden mittelfristige Wirtschaftsziele Aufschluss über dessen neue politische Ausrichtung geben, während der Europäische Konjunkturfonds angeschlagene EU-Mitglieder und ihre Industrien unterstützen wird. In den USA sollte sich der Staub nach der Wahl legen und die Wirtschaftspolitik.im kommenden Jahr überschaubarer werden.

Devisen

Der Bärenmarkt im US-Dollar sollte in 2021 eine Beschleunigung verzeichnen. Gold wird von der anhaltenden Dollarschwäche profitieren, obwohl die Währungen der Schwellenländer gegenüber dem US-Dollar wahrscheinlich keine größeren Aufwertung erfahren werden. Die Zentralbanken dürften in Anbetracht der weltweit schwachen Nachfrage von einer Zinserhöhung absehen. Globale Produktionszahlen zeigen positive Aussichten für Währungen an, die stark mit dem globalen Wachstum korrelieren. Jedenfalls dürften der Schweizer Franken und der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar an Stärke gewinnen.

Anleihen

Die Staats- und Privatverschuldung befindet sich auf einem Allzeithoch und negative inflationsbereinigte Renditen sollten den Schuldenabbau unterstützen. Da mit einem Anstieg der Inflation zu rechnen ist, sollten sich Anleihenanleger nach Osten orientieren und dabei chinesischen Staatstiteln zuwenden. Ebenso bieten asiatische Investment-Grade-Unternehmenspapiere weite Spreads, und europäische Banken bieten trotz eines impliziten Sicherheitsnetzes der Europäischen Zentralbank renditestarke Hybridanleihen .

Aktien

Während konsumorientierte Technologien und Biotechnologie in diesem Jahr die Investor-Trends angeführt haben, befinden sich einige Alltagstechnologien noch in den Anfängen der Digitalisierung. Darüber hinaus hat die Pandemie das Bedürfnis nach alternativen Dienstleistungen, vor allem im Gesundheitswesen hervorgehoben. Angesichts der hohen Aktienbewertungen sollten Anleger einen qualitätsfokussierten Ansatz mit solidem Risikomanagement und Long- oder Long/Short-Strategien in volatilen Sektoren vorziehen.

China

Chinas Schwerpunkt verschiebt sich ins Inland, hin zu Qualität und nachhaltigem Binnenwachstum. Dies sollte den Yuan stärken und Investoren in Staatsanleihen einen Zufluchtsort vor den weltweit niedrigen Renditen bieten. Da sich die erstarkende Wirtschaft zunehmend auf Technologie als zentrales Thema fokussiert, könnte die chinesische Zentralbank als erste der Welt eine Digitalwährung einführen. Die beschleunigte Digitalisierung von Bildung, Gesundheits- und anderen Dienstleistungen im Zuge der Pandemie dürfte die virtuelle Wirtschaft stärken.

Bis die amerikanische Handelspolitik wieder übersichtlicher wird, haben die Unternehmen ihre Produktion aus China abgezogen, wo die Löhne steigen, blieben aber in der Nähe der beiden Schlüsselmärkte USA und China.

US-Wahlen

Der knappe Sieg von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl lässt darauf schließen, dass die USA in ihren Grundfesten erschüttert wurden. Die Biden Administration wird den innen- und außenpolitischen Kurs ihres Vorgängers umzukehren versuchen. Für die Beziehung mit China könnte es bereits zu spät sein, da das Land schon seit dem Handelskrieg mit den USA in den Jahren 2018-2019 auf seine Autonomie hingearbeitet hat. Der traditionelle Fokus auf die US-zentrierte Fiskalpolitik und die politischen Prioritäten in der ganzen Welt hat sich geändert – auch andere Ländern richten vermehrt ihren Blick auf ihre Entwicklung im Inland.

Verantwortungsvoll Investieren

In 2021 werden weltweit alle wichtigen Akteure den Klimawandel in den Mittelpunkt rücken, um die nächsten Schritte in der Bewältigung dieser globalen Herausforderung anzugehen. Unternehmen, die sich nur langsam anpassen, werden letztendlich ins Abseits geraten, während innovative Vorreiter an Wachstum und Stärke gewinnen sollten. Anlagen, die sowohl den Umweltschutz und soziale Faktoren fördern als auch Rendite generieren werden den Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft mit Netto-Null-Emissionen bis 2050 begünstigen.

Alternatives Risikomanagement

Die diesjährigen Einbrüche an den weltweiten Aktienmärkten sollten Investoren veranlassen, alternative Anlagen wie Hedgefonds, strukturierte Produkte, Optionen und Futures ins Auge zu fassen, um traditionelle Portfolios, die vorwiegend Aktien- und Anleihenpositionen aufweisen, zu diversifizieren. Da die Finanzmärkte nach wie vor von Ungewissheit geprägt sind, ergibt sich die Möglichkeit, von Phasen der Volatilität zu profitieren.

Quelle: AdvisorWorld.ch