USD trotz düsterer Wirtschaftsdaten höher

Der US-Dollar war gestern trotz düsterer Wirtschaftsdaten aus der weltgrößten Wirtschaft gut geboten. Die Bestellungen langlebiger Güter im Dezember boten nicht viel Spielraum für übermäßigen Optimismus. ….


Swissquote Europe Ltd


Die Gesamtkennziffer lag unter den Erwartungen und fiel -0,1% im Monatsvergleich gegenüber erwarteten 0,0%, nachdem die Zahl im August um 0,3% gestiegen war. Die Bestellungen ohne Transport entsprachen jedoch den Erwartungen und lagen bei 0,2%, nachdem sie im Vormonat 0,1% gestiegen waren. Schließt man die nicht defensiven Kapitalgüter und Flugzeuge jedoch aus, so fielen die Bestellungen um 1,2%, was vermuten lässt, dass der Sektor weiter unter Druck steht. Auch wenn die US-Wahl die Investitionen deutlich belasten könnte, so bieten die Dollarstärke und das flaue globale Wachstum wenige Gründe zum Optimismus. Nach Erreichen der 1,0942 in der gestrigen europäischen Sitzung fiel der EUR/USD in Richtung 1,0883, bevor er sich um 1,09 stabilisierte. Die starke Unterstützung bei 1,0822 (Tief vom 3. Oktober) ist weiter unberührt, während die Oberseite im Bereich von 1,12-1,13 weiter als Widerstand dienen wird.

Der australische Dollar zeigte am Freitag die schlechteste Performance im G10-Komplex. Der AUD/USD fiel unter die obere Linie seines langfristigen fallenden Kanals zurück und handelt aktuell um 0,7574. Der Auftrieb durch den besser als erwartet ausgefallenen CPI-Bericht am Mittwoch war kurzlebig, da der Aussie diese Gewinne vollständig wieder abgab. Die Reserve Bank of Australia wird ihre Zinssatzentscheidung am nächsten Montag bekannt geben und wird wohl abwarten.

Der japanische Yen wird gegenüber dem US-Dollar wohl weiter an Boden verlieren. Der jüngste CPI-Bericht aus Japan zeigte, dass der Inflationsdruck im September weiter gedämpft war. Der Gesamt-CPI ist im September im Jahresvergleich um 0,5% gefallen, während die Lieblingskennziffer der BoJ für die Inflation, die frische Nahrungsmittel ausschließt, auch 0,5% gefallen ist. Die Kennzifffer ohne Energie und frische Nahrungsmittel war unverändert. Insgesamt scheint es so, dass die mehrfachen Lockerungsmaßnahmen der Bank of Japan die Inflation nur wenig antreiben konnten, weshalb der Markt zunehmend ungeduldig wird. Aktuell konzentriert sich der Markt ausschließlich auf die Preisgestaltung der anstehenden Zinserhöhung in den USA. Die Anleger werden jedoch bald wieder auf die BoJ schauen und Kuroda herausfordern, indem sie den JPY höher treiben. Der USD/JPY testete in Asien die 105,42, mehr als 1,50% mehr als zum Wochenstart.

Heute sehen sich die Händler den CPI-Bericht aus Spanien, Frankreich, Deutschland und Brasilien an; das Verbrauchervertrauen aus der Eurozone, den Privatkonsum, den Kern-PCE und das BIP aus den USA sowie die Zinsentscheidung aus Russland.

Quelle: AdvisorWorld.ch