VanEck : Die Märkte ignorieren die Konsequenzen von Trumps Politik

Ein Konjunkturschub durch Steuersenkungen und höhere Infrastrukturausgaben könnte zwar die Märkte beflügeln…..

Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von Van-Eck


– Doch die wirtschaftlichen Risiken durch Donald Trump dürften langfristig überwiegen

– Zinserhöhung durch Federal Reserve könnte bestehende Risiken im globalen Finanzsystem zusätzlich verschärfen

Die Marktreaktionen nach dem Wahlsieg Donald Trumps haben zu einer unerwartet starken Korrektur am Goldmarkt geführt: Seit Bekanntgabe des Ergebnisses der US-Wahl am Mittwochmorgen fiel der Kurs des Edelmetalls um etwa vier Prozent (Stand 14.11.). „Die Märkte fokussieren sich einzig und allein auf den potenziell positiven Einfluss von Steuersenkungen und höheren Infrastrukturausgaben auf die Wirtschaft”, sagt Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von Van-Eck. „Dieses Wunschszenario wird aber höchstwahrscheinlich nicht zur Realität werden. Vielmehr überwiegen aus unserer Sicht die Risiken, die sich durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ergeben.“ Für die kommenden Wochen schließt der Experte Kurse unterhalb der wichtigen Trendlinie von 1.200 US-Dollar pro Feinunze Gold zwar nicht aus. „Langfristig aber dürfte die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen steigende finanzielle Risiken weiter hoch bleiben“, so Foster.

Wirtschaftliche Risiken ergäben sich zunächst aus Trumps Plänen in Sachen Handel und Immigration. „Sein aggressiver Kurs in Sachen Immigration könnte zu Unruhen führen, wäre logistisch nur schwer umzusetzen, und könnte extreme Kosten verursachen“, erklärt Foster. Im Zusammenspiel mit den angekündigten Steuersenkungen würde dies zu einem noch größeren Budgetdefizit und noch drastischeren Staatsschulden führen. Weiter verschärfen würde dieses Szenario eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed): „Die aktuellen Marktbewegungen geben der Fed für diesen Schritt ausreichend Spielraum. Die Märkte haben die Zinserhöhung bereits eingepreist. Sollte sich dies im Dezember allerdings bewahrheiten, dann werden die Fremdkapitalkosten für die US-Regierung drastisch ansteigen“, so der Experte. Die Staatschulden würden damit auf ein noch nie dagewesenes Niveau ansteigen.

Auch für die globale Wirtschaft sieht Foster vor diesem Hintergrund Anlass zur Warnung: „Eine geldpolitische Straffung würde der schwächelnden Weltwirtschaft den Zugang zu frischem Kapital erschweren, das dringend benötigt wird. Drastische Veränderungen in der Handelspolitik der USA würden das globale Wirtschaftswachstum ebenfalls beeinträchtigen.“ Zudem gäbe es Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur nach acht Jahren Wachstum in einer spätzyklischen Phase befindet. „Eine Rezession, gepaart mit den Risiken durch die Präsidentschaft Trumps, könnte eine systemische Finanzkrise begünstigen“, so Foster.

Quelle: AdvisorWorld.ch